Prediger & Hohelied


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DER PREDIGER SALOMO & HOHELIED


ECCLESIASTES -
DER PREDIGER SALOMO Kapitel 1 bis 12 (einschließlich) -- > Ganze Seite: Luther 1912 <

Kapitel 1

Nichtigkeit aller irdischen Dinge

Revised 1833 WEBSTER Version in PDF

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Pred 1,1  Dies sind die Reden des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs zu Jerusalem.

Pred 1,2   Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz eitel.

Pred 1,3   Was hat der Mensch für Gewinn von aller seiner Mühe, die er hat unter der Sonne?
Kap 2,22

Pred 1,4   Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt ewiglich.
Ps 90,3

Pred 1,5   Die Sonne geht auf und geht unter und läuft an ihren Ort, daß sie wieder daselbst aufgehe.

Pred 1,6   Der Wind geht gen Mittag und kommt herum zur Mitternacht und wieder herum an den Ort, da er anfing.

Pred 1,7   Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller; an den Ort, da sie her fließen, fließen sie wieder hin.

Pred 1,8   Es sind alle Dinge so voll Mühe, daß es niemand ausreden kann. Das Auge sieht sich nimmer satt, und das Ohr hört sich nimmer satt.
Ps 90,10

Pred 1,9   Was ist's, das geschehen ist? Eben das hernach geschehen wird. Was ist's, das man getan hat? Eben das man hernach tun wird; und geschieht nichts Neues unter der Sonne.

Pred 1,10   Geschieht auch etwas, davon man sagen möchte: Siehe, das ist neu? Es ist zuvor auch geschehen in den langen Zeiten, die vor uns gewesen sind.

Pred 1,11   Man gedenkt nicht derer, die zuvor gewesen sind; also auch derer, so hernach kommen, wird man nicht gedenken bei denen, die darnach sein werden.

Pred 1,12   Ich, der Prediger, war König zu Jerusalem
V. 1

Pred 1,13   und richtete mein Herz zu suchen und zu forschen weislich alles, was man unter dem Himmel tut. Solche unselige Mühe hat Gott den Menschenkindern gegeben, daß sie sich darin müssen quälen.

Pred 1,14   Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht; und siehe, es war alles eitel und Haschen nach dem Wind.

Pred 1,15   Krumm kann nicht schlicht* werden noch, was fehlt, gezählt werden.
* gerade
Kap 7,13

Pred 1,16   Ich sprach in meinem Herzen: Siehe, ich bin herrlich geworden und habe mehr Weisheit denn alle, die vor mir gewesen sind zu Jerusalem, und mein Herz hat viel gelernt und erfahren.

Pred 1,17   Und richtete auch mein Herz darauf, daß ich erkennte Weisheit und erkennte Tollheit und Torheit. Ich ward aber gewahr, daß solches auch Mühe um Wind ist.
Kap 2,12; 7,25

Pred 1,18   Denn wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämens; und wer viel lernt, der muß viel leiden.

Kapitel 2

Alle irdischen Freuden sind nichtig

Pred 2,1  Ich sprach in meinem Herzen: Wohlan, ich will wohl leben und gute Tage haben! Aber siehe, das war auch eitel.

Pred 2,2   Ich sprach zum Lachen: Du bist toll! und zur Freude: Was machst du?

Pred 2,3   Da dachte ich in meinem Herzen, meinen Leib mit Wein zu pflegen, doch also, daß mein Herz mich mit Weisheit leitete, und zu ergreifen, was Torheit ist, bis ich lernte, was dem Menschen gut wäre, daß sie tun sollten, solange sie unter dem Himmel leben.
Spr 31,4

Pred 2,4   Ich tat große Dinge: ich baute Häuser, pflanzte Weinberge;

Pred 2,5   ich machte mir Gärten und Lustgärten und pflanzte allerlei fruchtbare Bäume darein;

Pred 2,6   ich machte mir Teiche, daraus zu wässern den Wald der grünenden Bäume;

Pred 2,7   ich hatte Knechte und Mägde und auch Gesinde, im Hause geboren; ich hatte eine größere Habe an Rindern und Schafen denn alle, die vor mir zu Jerusalem gewesen waren;

Pred 2,8   ich sammelte mir auch Silber und Gold und von den Königen und Ländern einen Schatz; ich schaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Wonne der Menschen, allerlei Saitenspiel;

Pred 2,9   und nahm zu über alle, die vor mir zu Jerusalem gewesen waren; auch blieb meine Weisheit bei mir;
1. Kön 10,23

Pred 2,10   und alles, was meine Augen wünschten, das ließ ich ihnen und wehrte meinem Herzen keine Freude, daß es fröhlich war von aller meiner Arbeit; und das hielt ich für mein Teil von aller meiner Arbeit.

Pred 2,11   Da ich aber ansah alle meine Werke, die meine Hand gemacht hatte, und die Mühe, die ich gehabt hatte, siehe, da war es alles eitel und Haschen nach dem Wind und kein Gewinn unter der Sonne.
Kap 1,14

Pred 2,12   Da wandte ich mich, zu sehen die Weisheit und die Tollheit und Torheit. Denn wer weiß, was der für ein Mensch werden wird nach dem König, den sie schon bereit gemacht haben?
Kap 1,17

Pred 2,13   Da ich aber sah, daß die Weisheit die Torheit übertraf wie das Licht die Finsternis;

Pred 2,14   daß dem Weisen seine Augen im Haupt stehen, aber die Narren in der Finsternis gehen; und merkte doch, daß es einem geht wie dem andern.
Spr 17,24

Pred 2,15   Da dachte ich in meinem Herzen: Weil es denn mir geht wie dem Narren, warum habe ich denn nach Weisheit getrachtet? Da dachte ich in meinem Herzen, daß solches auch eitel sei.

Pred 2,16   Denn man gedenkt des Weisen nicht immerdar, ebenso wenig wie des Narren, und die künftigen Tage vergessen alles; und wie der Narr stirbt, also auch der Weise.
Ps 49,11

Pred 2,17   Darum verdroß mich zu leben; denn es gefiel mir übel, was unter der Sonne geschieht, daß alles eitel ist und Haschen nach dem Wind.

Pred 2,18   Und mich verdroß alle meine Arbeit, die ich unter der Sonne hatte, daß ich dieselbe einem Menschen lassen müßte, der nach mir sein sollte.
V. 21.26; Ps 39,7

Pred 2,19   Denn wer weiß, ob er weise oder toll sein wird? und soll doch herrschen in aller meiner Arbeit, die ich weislich getan habe unter der Sonne. Das ist auch eitel.

Pred 2,20   Darum wandte ich mich, daß mein Herz abließe von aller Arbeit, die ich tat unter der Sonne.

Pred 2,21   Denn es muß ein Mensch, der seine Arbeit mit Weisheit, Vernunft und Geschicklichkeit getan hat, sie einem andern zum Erbteil lassen, der nicht daran gearbeitet hat. Das ist auch eitel und ein großes Unglück.

Pred 2,22   Denn was kriegt der Mensch von aller seiner Arbeit und Mühe seines Herzens, die er hat unter der Sonne?

Pred 2,23   Denn alle seine Lebtage hat er Schmerzen mit Grämen und Leid, daß auch sein Herz des Nachts nicht ruht. Das ist auch eitel.

Pred 2,24   Ist's nun nicht besser dem Menschen, daß er esse und trinke und seine Seele guter Dinge sei in seiner Arbeit? Aber solches sah ich auch, daß es von Gottes Hand kommt.
Kap 3,12.22; 5,17; 8,15; 9,7

Pred 2,25   Denn wer kann fröhlich essen und sich ergötzen ohne ihn?

Pred 2,26   Denn dem Menschen, der ihm gefällt, gibt er Weisheit, Vernunft und Freude; aber dem Sünder gibt er Mühe, daß er sammle und häufe, und es doch dem gegeben werde, der Gott gefällt. Darum ist das auch eitel und Haschen nach dem Wind.
Spr 13,22; 28,8

Kapitel 3

Gottes Zeit und des Menschen Zeit

Pred 3,1  Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.
Kap 8,6

Pred 3,2   Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten, was gepflanzt ist,

Pred 3,3   würgen und heilen, brechen und bauen,

Pred 3,4   weinen und lachen, klagen und tanzen,

Pred 3,5   Stein zerstreuen und Steine sammeln, herzen und ferne sein von Herzen,

Pred 3,6   suchen und verlieren, behalten und wegwerfen,

Pred 3,7   zerreißen und zunähen, schweigen und reden,

Pred 3,8   lieben und hassen, Streit und Friede hat seine Zeit.

Pred 3,9   Man arbeite, wie man will, so hat man doch keinen Gewinn davon.

Pred 3,10   Ich sah die Mühe, die Gott den Menschen gegeben hat, daß sie darin geplagt werden.

Pred 3,11   Er aber tut alles fein zu seiner Zeit und läßt ihr Herz sich ängsten, wie es gehen solle in der Welt; denn der Mensch kann doch nicht treffen das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
Kap 8,17

Pred 3,12   Darum merkte ich, daß nichts Besseres darin ist denn fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.
Kap 2,24

Pred 3,13   Denn ein jeglicher Mensch, der da ißt und trinkt und hat guten Mut in aller seiner Arbeit, das ist eine Gabe Gottes.

Pred 3,14   Ich merkte, daß alles, was Gott tut, das besteht immer: man kann nichts dazutun noch abtun; und solches tut Gott, daß man sich vor ihm fürchten soll.

Pred 3,15   Was geschieht, das ist zuvor geschehen, und was geschehen wird, ist auch zuvor geschehen; und Gott sucht wieder auf, was vergangen ist.

Fürchte Gott und sei zufrieden

Pred 3,16   Weiter sah ich unter der Sonne Stätten des Gerichts, da war ein gottlos Wesen, und Stätten der Gerechtigkeit, da waren Gottlose.

Pred 3,17   Da dachte ich in meinem Herzen: Gott muß richten den Gerechten und den Gottlosen; denn es hat alles Vornehmen seine Zeit und alle Werke.
Kap 12,14

Pred 3,18   Ich sprach in meinem Herzen: Es geschieht wegen der Menschenkinder, auf daß Gott sie prüfe und sie sehen, daß sie an sich selbst sind wie das Vieh.

Pred 3,19   Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt er auch, und haben alle einerlei Odem, und der Mensch hat nichts mehr als das Vieh; denn es ist alles eitel.
Ps 49,13.21

Pred 3,20   Es fährt alles an einen Ort; es ist alles von Staub gemacht und wird wieder zu Staub.
1. Mose 3,19

Pred 3,21   Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehes abwärts unter die Erde fahre?

Pred 3,22   So sah ich denn, daß nichts Besseres ist, als daß ein Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit; denn das ist sein Teil. Denn wer will ihn dahin bringen, daß er sehe, was nach ihm geschehen wird?

Kapitel 4

Der Arme - der Fleißige - der König

Pred 4,1  Ich wandte mich um und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne; und siehe, da waren die Tränen derer, so Unrecht litten und hatten keinen Tröster; und die ihnen Unrecht taten, waren zu mächtig, daß sie keinen Tröster haben konnten.

Pred 4,2   Da lobte ich die Toten, die schon gestorben waren, mehr denn die Lebendigen, die noch das Leben hatten;
Hiob 3,11

Pred 4,3   und besser als alle beide ist, der noch nicht ist und des Bösen nicht innewird, das unter der Sonne geschieht.
Kap 6,3

Pred 4,4   Ich sah an Arbeit und Geschicklichkeit in allen Sachen; da neidet einer den andern. Das ist auch eitel und Haschen nach dem Wind.

Pred 4,5   Ein Narr schlägt die Finger ineinander und verzehrt sich selbst.
Spr 6,10

Pred 4,6   Es ist besser eine Handvoll mit Ruhe denn beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.
Spr 15,16

Pred 4,7   Ich wandte mich um und sah die Eitelkeit unter der Sonne.
Kap 2,12

Pred 4,8   Es ist ein einzelner, und nicht selbander, und hat weder Kind noch Bruder; doch ist seines Arbeitens kein Ende, und seine Augen werden Reichtums nicht satt. Wem arbeite ich doch und breche meiner Seele ab? Das ist auch eitel und eine böse Mühe.

Pred 4,9   So ist's ja besser zwei als eins; denn sie genießen doch ihrer Arbeit wohl.

Pred 4,10   Fällt ihrer einer so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist! Wenn er fällt, so ist keiner da, der ihm aufhelfe.

Pred 4,11   Auch wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein einzelner warm werden?

Pred 4,12   Einer mag überwältigt werden, aber zwei mögen widerstehen; und eine dreifältige Schnur reißt nicht leicht entzwei.

Pred 4,13   Ein armes Kind, das weise ist, ist besser denn ein alter König, der ein Narr ist und weiß nicht sich zu hüten.

Pred 4,14   Es kommt einer aus dem Gefängnis zum Königreich; und einer, der in seinem Königreich geboren ist, verarmt.
1. Mose 41,14

Pred 4,15   Und ich sah, daß alle Lebendigen unter der Sonne wandelten bei dem andern, dem Kinde, das an jenes Statt sollte aufkommen.

Pred 4,16   Und des Volks, das vor ihm ging, war kein Ende und des, das ihm nachging; und wurden sein doch nicht froh. Das ist auch eitel und Mühe um Wind.
Kap 1,14

Pred 4,17   Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komme, daß du hörst. Das ist besser als der Narren Opfer; denn sie wissen nicht, was sie Böses tun.
1. Sam 15,22

Kapitel 5

Warnung vor unbedachtsamem Reden

Pred 5,1  Sei nicht schnell mit deinem Munde und laß dein Herz nicht eilen, was zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel, und du auf Erden; darum laß deiner Worte wenig sein.
Jak 1,19

Pred 5,2   Denn wo viel Sorgen ist, da kommen Träume; und wo viel Worte sind, da hört man den Narren.
Kap 10,14; Spr 10,19

Pred 5,3   Wenn du Gott ein Gelübde tust, so verzieh nicht, es zu halten; denn er hat kein Gefallen an den Narren. Was du gelobst, das halte.
5. Mose 23,22

Pred 5,4   Es ist besser, du gelobst nichts, denn daß du nicht hältst, was du gelobst.

Pred 5,5   Laß deinem Mund nicht zu, daß er dein Fleisch verführe; und sprich vor dem Engel nicht: Es ist ein Versehen. Gott möchte erzürnen über deine Stimme und verderben alle Werke deiner Hände.
Mal 2,7

Pred 5,6   Wo viel Träume sind, da ist Eitelkeit und viel Worte; aber fürchte du Gott.

Nichtigkeit des Reichtums

Pred 5,7   Siehst du dem Armen Unrecht tun und Recht und Gerechtigkeit im Lande wegreißen, wundere dich des Vornehmens nicht; denn es ist ein hoher Hüter über den Hohen und sind noch Höhere über die beiden.

Pred 5,8   Und immer ist's Gewinn für ein Land, wenn ein König da ist für das Feld, das man baut.

Pred 5,9   Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt; und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben. Das ist auch eitel.
Spr 28,22

Pred 5,10   Denn wo viel Guts ist, da sind viele, die es essen; und was genießt davon, der es hat, außer daß er's mit Augen ansieht?

Pred 5,11   Wer arbeitet, dem ist der Schaf süß, er habe wenig oder viel gegessen; aber die Fülle des Reichen läßt ihn nicht schlafen.

Pred 5,12   Es ist ein böses Übel, das ich sah unter der Sonne: Reichtum, behalten zum Schaden dem, der ihn hat.

Pred 5,13   Denn der Reiche kommt um mit großem Jammer; und so er einen Sohn gezeugt hat, dem bleibt nichts in der Hand.

Pred 5,14   Wie er nackt ist von seine Mutter Leibe gekommen, so fährt er wieder hin, wie er gekommen ist, und nimmt nichts mit sich von seiner Arbeit in seiner Hand, wenn er hinfährt.
Hiob 1,21; Ps 49,18

Pred 5,15   Das ist ein böses Übel, daß er hinfährt, wie er gekommen ist. Was hilft's ihm denn, daß er in den Wind gearbeitet hat?

Pred 5,16   Sein Leben lang hat er im Finstern gegessen und in großem Grämen und Krankheit und Verdruß.

Pred 5,17   So sehe ich nun das für gut an, daß es fein sei, wenn man ißt und trinkt und gutes Muts ist in aller Arbeit, die einer tut unter der Sonne sein Leben lang, das Gott ihm gibt; denn das ist sein Teil.
Kap 2,24;Spr 15,15

Pred 5,18   Denn welchem Menschen Gott Reichtum und Güter gibt und die Gewalt, daß er davon ißt und trinkt für sein Teil und fröhlich ist in seiner Arbeit, das ist eine Gottesgabe.

Pred 5,19   Denn er denkt nicht viel an die Tage seines Lebens, weil Gott sein Herz erfreut.

Kapitel 6

Nichtigkeit von Reichtum und Ehre

Pred 6,1  Es ist ein Unglück, das ich sah unter der Sonne, und ist gemein bei den Menschen:

Pred 6,2   einer, dem Gott Reichtum, Güter und Ehre gegeben hat und mangelt ihm keins, das sein Herz begehrt; und Gott gibt doch ihm nicht Macht, es zu genießen, sondern ein anderer verzehrt es; das ist eitel und ein böses Übel.
Kap 2,18

Pred 6,3   Wenn einer gleich hundert Kinder zeugte und hätte langes Leben, daß er viele Jahre überlebte, und seine Seele sättigte sich des Guten nicht und bliebe ohne Grab, von dem spreche ich, daß eine unzeitige Geburt besser sei denn er.

Pred 6,4   Denn in Nichtigkeit kommt sie, und in Finsternis fährt sie dahin, und ihr Name bleibt in Finsternis bedeckt,

Pred 6,5   auch hat sie die Sonne nicht gesehen noch gekannt; so hat sie mehr Ruhe denn jener.

Pred 6,6   Ob er auch zweitausend Jahre lebte, und genösse keines Guten: kommt's nicht alles an einen Ort?

Pred 6,7   Alle Arbeit des Menschen ist für seinen Mund; aber doch wird die Seele nicht davon satt.

Pred 6,8   Denn was hat ein Weiser mehr als ein Narr? Was hilft's den Armen, daß er weiß zu wandeln vor den Lebendigen?

Pred 6,9   Es ist besser, das gegenwärtige Gut gebrauchen, denn nach anderem gedenken. Das ist auch Eitelkeit und Haschen nach Wind.

Pred 6,10   Was da ist, des Name ist zuvor genannt, und es ist bestimmt, was ein Mensch sein wird; und er kann nicht hadern mit dem, der ihm zu mächtig ist.

Pred 6,11   Denn es ist des eitlen Dinges zuviel; was hat ein Mensch davon?

Pred 6,12   Denn wer weiß, was dem Menschen nütze ist im Leben, solange er lebt in seiner Eitelkeit, welches dahinfährt wie ein Schatten? Oder wer will dem Menschen sagen, was nach ihm kommen wird unter der Sonne?
1. Chron 29,15; Ps 90,5

Kapitel 7

Empfehlung der Weisheit, Zufriedenheit und Einfachheit

Pred 7,1  Ein guter Ruf ist besser denn gute Salbe, und der Tag des Todes denn der Tag der Geburt.
Spr 22,1

Pred 7,2   Es ist besser in das Klagehaus gehen, denn in ein Trinkhaus; in jenem ist das Ende aller Menschen, und der Lebendige nimmt's zu Herzen.

Pred 7,3   Es ist Trauern besser als Lachen; denn durch Trauern wird das Herz gebessert.

Pred 7,4   Das Herz der Weisen ist im Klagehause, und das Herz der Narren im Hause der Freude.

Pred 7,5   Es ist besser hören das Schelten der Weisen, denn hören den Gesang der Narren.

Pred 7,6   Denn das Lachen der Narren ist wie das Krachen der Dornen unter den Töpfen; und das ist auch eitel.

Pred 7,7   Ein Widerspenstiger macht einen Weisen unwillig und verderbt ein mildtätiges Herz.

Pred 7,8   Das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang. Ein geduldiger Geist ist besser denn ein hoher Geist.

Pred 7,9   Sei nicht schnellen Gemütes zu zürnen; denn Zorn ruht im Herzen eines Narren.
Jak 1,19

Pred 7,10   Sprich nicht: Was ist's, daß die vorigen Tage besser waren als diese? denn du fragst solches nicht weislich.

Pred 7,11   Weisheit ist gut mit einem Erbgut und hilft, daß sich einer der Sonne freuen kann.

Pred 7,12   Denn die Weisheit beschirmt, so beschirmt Geld auch; aber die Weisheit gibt das Leben dem, der sie hat.
Spr 3,2

Pred 7,13   Siehe an die Werke Gottes; denn wer kann das schlicht* machen, was er krümmt?
* gerade
Kap 1,15

Pred 7,14   Am guten Tage sei guter Dinge, und den bösen Tag nimm auch für gut; denn diesen schafft Gott neben jenem, daß der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.

Pred 7,15   Allerlei habe ich gesehen in den Tagen meiner Eitelkeit. Da ist ein Gerechter, und geht unter mit seiner Gerechtigkeit; und ein Gottloser, der lange lebt in seiner Bosheit.
Kap 8,14; Ps 73,12.13

Pred 7,16   Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, daß du dich nicht verderbest.

Pred 7,17   Sei nicht allzu gottlos und narre nicht, daß du nicht sterbest zur Unzeit.

Pred 7,18   Es ist gut, daß du dies fassest und jenes auch nicht aus deiner Hand lässest; denn wer Gott fürchtet, der entgeht dem allem.

Pred 7,19   Die Weisheit stärkt den Weisen mehr denn zehn Gewaltige, die in der Stadt sind.

Pred 7,20   DENN ES IST KEIN MENSCH GERECHT AUF ERDEN, DASS ER GUTES TUE UND NICHT SÜNDIGE.
KJV = For there is not a just man upon earth, that does good, and sins not.
Ps 14,3

Pred 7,21   Gib auch nicht acht auf alles, was man sagt, daß du nicht hören müssest deinen Knecht dir fluchen.

Pred 7,22   Denn dein Herz weiß, daß du andern oftmals geflucht hast.

Pred 7,23   Solches alles habe ich versucht mit Weisheit. Ich gedachte, ich will weise sein; sie blieb aber ferne von mir.

Pred 7,24   Alles, was da ist, das ist ferne und sehr tief; wer will's finden?

Pred 7,25   Ich kehrte mein Herz, zu erfahren und erforschen und zu suchen Weisheit und Kunst, zu erfahren der Gottlosen Torheit und Irrtum der Tollen,

Pred 7,26   und fand, daß bitterer sei denn der Tod ein solches Weib, dessen Herz Netz und Strick ist und deren Hände Bande sind. Wer Gott gefällt, der wird ihr entrinnen; aber der Sünder wird durch sie gefangen.
Spr 2,16-22

Pred 7,27   Schau, das habe ich gefunden, spricht der Prediger, eins nach dem andern, daß ich Erkenntnis fände.

Pred 7,28   Und meine Seele sucht noch und hat's nicht gefunden: unter tausend habe ich einen Mann gefunden; aber ein Weib habe ich unter den allen nicht gefunden.

Pred 7,29   Allein schaue das: ich habe gefunden, daß Gott den Menschen hat aufrichtig gemacht; aber sie suchen viele Künste.
Spr 2,7

Kapitel 8

Gehorsam gegen die Obrigkeit

Pred 8,1  Wer ist wie der Weise, und wer kann die Dinge auslegen? Die Weisheit des Menschen erleuchtet sein Angesicht; aber ein freches Angesicht wird gehaßt.

Pred 8,2   Halte das Wort des Königs und den Eid Gottes.

Pred 8,3   Eile nicht zu gehen von seinem Angesicht, und bleibe nicht in böser Sache; denn er tut, was er will.

Pred 8,4   In des Königs Wort ist Gewalt; und wer mag zu ihm sagen: Was machst du?

Pred 8,5   Wer das Gebot hält, der wird nichts Böses erfahren; aber eines Weisen Herz weiß Zeit und Weise.

Pred 8,6   Denn ein jeglich Vornehmen hat seine Zeit und Weise; denn des Unglücks des Menschen ist viel bei ihm.
Kap 3,1

Pred 8,7   Denn er weiß nicht, was geschehen wird; und wer soll ihm sagen, wie es werden soll?
Kap 10,14

Pred 8,8   Ein Mensch hat nicht Macht über den Geist, den Geist zurückzuhalten, und hat nicht Macht über den Tag des Todes, und keiner wird losgelassen im Streit; und das gottlose Wesen errettet den Gottlosen nicht.

Gleiches Schicksal der Frommen und Gottlosen

Pred 8,9   Das habe ich alles gesehen, und richtete mein Herz auf alle Werke, die unter der Sonne geschehen. Ein Mensch herrscht zuzeiten über den andern zu seinem Unglück.

Pred 8,10   Und da sah ich Gottlose, die begraben wurden und zur Ruhe kamen; aber es wandelten hinweg von heiliger Stätte und wurden vergessen in der Stadt die, so recht getan hatten. Das ist auch eitel.

Pred 8,11   Weil nicht alsbald geschieht ein Urteil über die bösen Werke, dadurch wird das Herz der Menschen voll, Böses zu tun.
Hiob 35,15

Pred 8,12   Ob ein Sünder hundertmal Böses tut und lange lebt, so weiß ich doch, daß es wohl gehen wird denen, die Gott fürchten, die sein Angesicht scheuen.
Ps 73,17-26

Pred 8,13   Aber dem Gottlosen wird es nicht wohl gehen; und wie ein Schatten werden nicht lange leben, die sich vor Gott nicht fürchten.

Pred 8,14   Es ist eine Eitelkeit, die auf Erden geschieht: es sind Gerechte, denen geht es als hätten sie Werke der Gottlosen, und sind Gottlose, denen geht es als hätten sie Werke der Gerechten. Ich sprach: Das ist auch eitel.
Kap 7,15

Pred 8,15   Darum lobte ich die Freude, daß der Mensch nichts Besseres hat unter der Sonne denn essen und trinken und fröhlich sein; und solches werde ihm von der Arbeit sein Leben lang, das ihm Gott gibt unter der Sonne.
Kap 2,24

Pred 8,16   Ich gab mein Herz, zu wissen die Weisheit und zu schauen die Mühe, die auf Erden geschieht, daß auch einer weder Tag noch Nacht den Schlaf sieht mit seinen Augen.

Pred 8,17   Und ich sah alle Werke Gottes, daß ein Mensch das Werk nicht finden kann, das unter der Sonne geschieht; und je mehr der Mensch arbeitet, zu suchen, je weniger er findet. Wenn er gleich spricht: "Ich bin weise und weiß es", so kann er's doch nicht finden.
Kap 3,11

Kapitel 9

Vom Wert und Genuß des Lebens

Pred 9,1  Denn ich habe solches alles zu Herzen genommen, zu forschen das alles, daß Gerechte und Weise und ihre Werke sind in Gottes Hand; kein Mensch kennt weder die Liebe noch den Haß irgend eines, den er vor sich hat.

Pred 9,2   Es begegnet dasselbe einem wie dem andern: dem Gerechten wie dem Gottlosen, dem Guten und Reinen wie dem Unreinen, dem, der opfert, wie dem, der nicht opfert; wie es dem Guten geht, so geht's auch dem Sünder; wie es dem, der schwört, geht, so geht's auch dem, der den Eid fürchtet.
Kap 2,14; Hiob 9,22

Pred 9,3   Das ist ein böses Ding unter allem, was unter der Sonne geschieht, daß es einem geht wie dem andern; daher auch das Herz der Menschen voll Arges wird, und Torheit ist in ihrem Herzen, dieweil sie leben; darnach müssen sie sterben.
Kap 8,11

Pred 9,4   Denn bei allen Lebendigen ist, was man wünscht: Hoffnung; denn ein lebendiger Hund ist besser denn ein toter Löwe.

Pred 9,5   Denn die Lebendigen wissen, daß sie sterben werden; die Toten aber wissen nichts, sie haben auch keinen Lohn mehr, denn ihr Gedächtnis ist vergessen,
KJV + EL = FOR THE LIVING KNOW THAT THEY SHALL DIE: BUT THE DEAD KNOW NOT ANYTHING, NEITHER HAVE THEY ANY MORE A REWARD; FOR THE MEMORY OT THEM IS FORGOTTEN.

Pred 9,6   daß man sie nicht mehr liebt noch haßt noch neidet, und haben kein Teil mehr auf dieser Welt an allem, was unter der Sonne geschieht.
KJV + EL = ALSO THEIR LOVE, AND THEIR HATRED, AND THEIR ENVY, IS NOW PERISHED; NEITHER HAVE THEY ANY MORE A PORTION FOREVER IN ANYTHING THAT IS DONE UNDER THE SUN.

Pred 9,7   So gehe hin und iß dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dein Werk gefällt Gott.
Kap 5,17

Pred 9,8   Laß deine Kleider immer weiß sein und laß deinem Haupt Salbe nicht mangeln.

Pred 9,9   Brauche das Leben mit deinem Weibe, das du liebhast, solange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat, solange dein eitel Leben währt; denn das ist dein Teil im Leben und in deiner Arbeit, die du tust unter der Sonne.
Spr 5,18

Pred 9,10   Alles, was dir vor Handen kommt, zu tun, das tue frisch; denn bei den Toten, dahin du fährst, ist weder Werk, Kunst, Vernunft noch Weisheit.

Wert und Unwert der Weisheit

Pred 9,11   Ich wandte mich und sah, wie es unter der Sonne zugeht, daß zum Laufen nicht hilft schnell zu sein, zum Streit hilft nicht stark sein, zur Nahrung hilft nicht geschickt sein, zum Reichtum hilft nicht klug sein; daß einer angenehm sei, dazu hilft nicht, daß er ein Ding wohl kann; sondern alles liegt an Zeit und Glück.
Jer 10,23

Pred 9,12   Auch weiß der Mensch seine Zeit nicht; sondern, wie die Fische gefangen werden mit einem verderblichen Haken, und wie die Vögel mit einem Strick gefangen werden, so werden auch die Menschen berückt zur bösen Zeit, wenn sie plötzlich über sie fällt.

Pred 9,13   Ich habe auch diese Weisheit gesehen unter der Sonne, die mich groß deuchte:

Pred 9,14   daß eine kleine Stadt war und wenig Leute darin, und kam ein großer König und belagerte sie und baute große Bollwerke darum,

Pred 9,15   und ward darin gefunden ein armer, weiser Mann, der errettete dieselbe Stadt durch seine Weisheit; und kein Mensch gedachte desselben armen Mannes.

Pred 9,16   Da sprach ich: "Weisheit ist ja besser den Stärke; doch wird des Armen Weisheit verachtet und seinen Worten nicht gehorcht."

Pred 9,17   Der Weisen Worte, in Stille vernommen, sind besser denn der Herren Schreien unter den Narren.

Pred 9,18   Weisheit ist besser denn Harnisch; aber eine einziger Bube verderbt viel Gutes.

Kapitel 10

Weisheit und Torheit

Pred 10,1  Schädliche Fliegen verderben gute Salben; also wiegt ein wenig Torheit schwerer denn Weisheit und Ehre.

Pred 10,2   Des Weisen Herz ist zu seiner Rechten; aber des Narren Herz ist zu seiner Linken.

Pred 10,3   Auch ob der Narr selbst närrisch ist in seinem Tun, doch hält er jedermann für einen Narren.

Pred 10,4   Wenn eines Gewaltigen Zorn wider dich ergeht, so laß dich nicht entrüsten; denn Nachlassen stillt großes Unglück.
Ps 37,1; Spr 24,19

Pred 10,5   Es ist ein Unglück, das ich sah unter der Sonne, gleich einem Versehen, das vom Gewaltigen ausgeht:

Pred 10,6   daß ein Narr sitzt in großer Würde, und die Reichen in Niedrigkeit sitzen.
Spr 30,21.22

Pred 10,7   Ich sah Knechte auf Rossen, und Fürsten zu Fuß gehen wie Knechte.

Pred 10,8   Aber wer eine Grube macht, der wird selbst hineinfallen; und wer den Zaun zerreißt, den wird eine Schlange stechen.
Spr 26,27

Pred 10,9   Wer Steine wegwälzt, der wird Mühe damit haben; und wer Holz spaltet, der wird davon verletzt werden.

Pred 10,10   Wenn ein Eisen stumpf wird und an der Schneide ungeschliffen bleibt, muß man's mit Macht wieder schärfen; also folgt auch Weisheit dem Fleiß.

Pred 10,11   Ein Schwätzer ist nichts Besseres als eine Schlange, die ohne Beschwörung sticht.
Ps 58,5.6

Pred 10,12   Die Worte aus dem Mund eines Weisen sind holdselig; aber des Narren Lippen verschlingen ihn selbst.

Pred 10,13   Der Anfang seiner Worte ist Narrheit, und das Ende ist schädliche Torheit.

Pred 10,14   Ein Narr macht viele Worte; aber der Mensch weiß nicht, was gewesen ist, und wer will ihm sagen, was nach ihm werden wird?
Kap 5,2; 8,7

Pred 10,15   Die Arbeit der Narren wird ihnen sauer, weil sie nicht wissen in die Stadt zu gehen.

Pred 10,16   Weh dir, Land, dessen König ein Kind ist, und dessen Fürsten in der Frühe speisen!
Jes 3,4

Pred 10,17   Wohl dir, Land, dessen König edel ist, und dessen Fürsten zu rechter Zeit speisen, zur Stärke und nicht zur Lust!

Pred 10,18   Denn durch Faulheit sinken die Balken, und durch lässige Hände wird das Haus triefend.
Spr 19,15

Pred 10,19   Das macht, sie halten Mahlzeiten, um zu lachen, und der Wein muß die Lebendigen erfreuen, und das Geld muß ihnen alles zuwege bringen.
Richt 9,13; Ps 104,15

Pred 10,20   Fluche dem König nicht in deinem Herzen und fluche dem Reichen nicht in deiner Schlafkammer; denn die Vögel des Himmels führen die Stimme fort, und die Fittiche haben, sagen's weiter.
2. Mose 22,27

Kapitel 11

Klugheit im Alltag

Pred 11,1  Laß dein Brot über das Wasser fahren, so wirst du es finden nach langer Zeit.
Spr 19,17

Pred 11,2   Teile aus unter sieben und unter acht; denn du weißt nicht, was für Unglück auf Erden kommen wird.

Pred 11,3   Wenn die Wolken voll sind, so geben sie Regen auf die Erde; und wenn der Baum fällt, er falle gegen Mittag oder Mitternacht, auf welchen Ort er fällt, da wird er liegen.

Pred 11,4   Wer auf den Wind achtet, der sät nicht; und wer auf die Wolken sieht, der erntet nicht.

Pred 11,5   Gleichwie du nicht weißt den Weg des Windes und wie die Gebeine in Mutterleibe bereitet werden, also kannst du auch Gottes Werk nicht wissen, das er tut überall.
Joh 3,8; Kap 8,17

Pred 11,6   Frühe säe deinen Samen und laß deine Hand des Abends nicht ab; denn du weißt nicht, ob dies oder das geraten wird; und ob beides geriete, so wäre es desto besser.

Lebensfreude

Pred 11,7   Es ist das Licht süß, und den Augen lieblich, die Sonne zu sehen.

Pred 11,8   Wenn ein Mensch viele Jahre lebt, so sei er fröhlich in ihnen allen und gedenke der finstern Tage, daß ihrer viel sein werden; denn alles, was kommt, ist eitel.

Pred 11,9   So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend und laß dein Herz guter Dinge sein in deiner Jugend. Tue, was dein Herz gelüstet und deinen Augen gefällt, und wisse, daß dich Gott um dies alles wird vor Gericht führen.
Kap 8,15

Pred 11,10   Laß die Traurigkeit in deinem Herzen und tue das Übel von deinem Leibe; denn Kindheit und Jugend ist eitel.

Kapitel 12

Gottesfurcht von Jugend auf

Pred 12,1  Gedenke an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe denn die bösen Tage kommen und die Jahre herzutreten, da du wirst sagen: Sie gefallen mir nicht;

Pred 12,2   ehe denn die Sonne und das Licht, Mond und Sterne finster werden und Wolken wieder kommen nach dem Regen;

Pred 12,3   zur Zeit, wenn die Hüter im Hause zittern, und sich krümmen die Starken, und müßig stehen die Müller, weil ihrer so wenig geworden sind, und finster werden, die durch die Fenster sehen,

Pred 12,4   und die Türen an der Gasse geschlossen werden, daß die Stimme der Mühle leise wird, und man erwacht, wenn der Vogel singt, und gedämpft sind alle Töchter des Gesangs;

Pred 12,5   wenn man auch vor Höhen sich fürchtet und sich scheut auf dem Wege; wenn der Mandelbaum blüht, und die Heuschrecke beladen wird, und alle Lust vergeht (denn der Mensch fährt hin, da er ewig bleibt, und die Klageleute gehen umher auf der Gasse);

Pred 12,6   ehe denn der silberne Strick wegkomme, und die goldene Schale zerbreche, und der Eimer zerfalle an der Quelle, und das Rad zerbrochen werde am Born.

Pred 12,7   Denn der Staub muß wieder zu der Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat.
Kap 3,20; 1. Mose 3,19

Gottesfurcht - die Hauptsumme aller Lehre

Pred 12,8   Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, ganz eitel.
Kap 1,2

Pred 12,9   Derselbe Prediger war nicht allein weise, sondern lehrte auch das Volk gute Lehre und merkte und forschte und stellte viel Sprüche.
1. Kön 5,12

Pred 12,10   Er suchte, daß er fände angenehme Worte, und schrieb recht die Worte der Wahrheit.

Pred 12,11   Die Worte der Weisen sind Stacheln und Nägel; sie sind geschrieben durch die Meister der Versammlungen und von einem Hirten gegeben.
Hebr 4,12

Pred 12,12   Hüte dich, mein Sohn, vor andern mehr; denn viel Bücherschreibens (-machens) ist kein Ende, und viel studieren macht den Leib müde.
KJV + EL = And further, by these; my son, be admonished: of making many books there is no end; and much study is a weariness of the flesh.

Pr 12,13 VOR 1866 = LASST UNS DIE HAUPTSUMME ALLER LEHRE HÖREN: FÜRCHTE GOTT UND HALTE SEINE GEBOTE, DENN DAS GEHÖRT ALLEN (GILT FÜR ALLE) MENSCHEN ZU.
KJV + EL = LET US HEAR THE CONCLUSION OF THE WHOLE MATTER: FEAR ELOHIM, AND KEEP HIS COMMANDMENTS: FOR THIS IS THE WHOLE DUTY OF MAN.
1. Tim 1,5

Pr 12,14 VOR 1866 = DENN GOTT WIRD ALLE WERKE VOR GERICHT BRINGEN, DAS VERBORGEN IST, ES SEI GUT ODER BÖSE.
KJV + EL = FOR ELOHIM SHALL BRING EVERY WORK INTO JUDGMENT, WITH EVERY SECRET THING, WHETHER IT BE GOOD, OR WHETHER IT BE EVIL.
Röm 2,16; 1. Kor 4,5



SONG OF SOLOMON - DAS HOHELIED SALOMO’S Kapitel 1 bis 8 (einschließlich) - > Ganze Seite: Luther 1912 <

Kapitel 1

Liebe des Freundes und der Freundin

Revised 1833 WEBSTER Version in PDF

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Hoh 1,1  Das Hohelied Salomos.

Hoh 1,2   Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes; denn deine Liebe ist lieblicher als Wein.

Hoh 1,3   Es riechen deine Salben köstlich; dein Name ist eine ausgeschüttete Salbe, darum lieben dich die Jungfrauen.

Hoh 1,4   Zieh mich dir nach, so laufen wir. Der König führte mich in seine Kammern. Wir freuen uns und sind fröhlich über dir; wir gedenken an deine Liebe mehr denn an den Wein. Die Frommen lieben dich.

Hoh 1,5   Ich bin schwarz, aber gar lieblich, ihr Töchter Jerusalems, wie die Hütten Kedars, wie die Teppiche Salomos.

Hoh 1,6   Seht mich nicht an, daß ich so schwarz bin; denn die Sonne hat mich so verbrannt. Meiner Mutter Kinder zürnen mit mir. Sie haben mich zur Hüterin der Weinberge gesetzt; aber meinen eigenen Weinberg habe ich nicht behütet.

Hoh 1,7   Sage mir an, du, den meine Seele liebt, wo du weidest, wo du ruhest im Mittage, daß ich nicht hin und her gehen müsse bei den Herden deiner Gesellen.

Hoh 1,8   Weiß du es nicht, du schönste unter den Weibern, so gehe hinaus auf die Fußtapfen der Schafe und weide deine Zicklein bei den Hirtenhäusern.
Kap 5,9; 6,1

Hoh 1,9   Ich vergleiche dich, meine Freundin, meinem Gespann an den Wagen Pharaos.

Hoh 1,10   Deine Backen stehen lieblich in den Kettchen und dein Hals in den Schnüren.

Hoh 1,11   Wir wollen dir goldene Kettchen machen mit silbernen Pünktlein.

Hoh 1,12   Da der König sich herwandte, gab meine Narde ihren Geruch.

Hoh 1,13   Mein Freund ist mir ein Büschel Myrrhen, das zwischen meinen Brüsten hanget.

Hoh 1,14   Mein Freund ist mir eine Traube von Zyperblumen in den Weinbergen zu Engedi.

Hoh 1,15   Siehe, meine Freundin, du bist schön; schön bist du, deine Augen sind wie Taubenaugen.
Kap 2,14; 4,1; 7; 6,4

Hoh 1,16   Siehe, mein Freund, du bist schön und lieblich. Unser Bett grünt,
Kap 5,16

Hoh 1,17   unserer Häuser Balken sind Zedern, unser Getäfel Zypressen.

Kapitel 2

Sehnsucht der Freundin nach dem Freund

Hoh 2,1  Ich bin eine Blume zu Saron und eine Rose im Tal.

Hoh 2,2   Wie eine Rose unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Töchtern.

Hoh 2,3   Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäumen, so ist mein Freund unter den Söhnen. Ich sitze unter dem Schatten, des ich begehre, und seine Frucht ist meiner Kehle süß.

Hoh 2,4   Er führt mich in den Weinkeller, und die Liebe ist sein Panier über mir.

Hoh 2,5   Er erquickt mich mit Blumen und labt mich mit Äpfeln; denn ich bin krank vor Liebe.
Kap 5,8

Hoh 2,6   Seine Linke liegt unter meinem Haupte, und seine Rechte herzt mich.
Kap 8,3

Hoh 2,7   Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Rehen oder bei den Hinden* auf dem Felde, daß ihr meine Freundin nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.
* Hirschkühen
Kap 3,5; 8,4

Hoh 2,8   Da ist die Stimme meines Freundes! Siehe, er kommt und hüpft auf den Bergen und springt auf den Hügeln.

Hoh 2,9   Mein Freund ist gleich einem Reh oder jungen Hirsch. Siehe, er steht hinter unsrer Wand, sieht durchs Fenster und schaut durchs Gitter.
V. 17; Kap 8,14

Hoh 2,10   Mein Freund antwortet und spricht zu mir: Stehe auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm her!

Hoh 2,11   Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist weg und dahin;

Hoh 2,12   die Blumen sind hervorgekommen im Lande, der Lenz ist herbeigekommen, und die Turteltaube läßt sich hören in unserm Lande;

Hoh 2,13   der Feigenbaum hat Knoten gewonnen, die Weinstöcke haben Blüten gewonnen und geben ihren Geruch. Stehe auf, meine Freundin, und komm, meine Schöne, komm her!

Hoh 2,14   Meine Taube in den Felsklüften, in den Steinritzen, zeige mir deine Gestalt, laß mich hören deine Stimme; denn die Stimme ist süß, und deine Gestalt ist lieblich.
Kap 4,7

Hoh 2,15   Fanget uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben; denn unsere Weinberge haben Blüten gewonnen.

Hoh 2,16   Mein Freund ist mein, und ich bin sein, der unter Rosen weidet.
Kap 6,3

Hoh 2,17   Bis der Tag kühl wird und die Schatten weichen, kehre um; werde wie ein Reh, mein Freund, oder wie ein junger Hirsch auf den Scheidebergen.
Kap 8,14

Kapitel 3

Treue der Freundin

Hoh 3,1  Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand ihn nicht.
Kap 5,6

Hoh 3,2   Ich will aufstehen und in der Stadt umgehen auf den Gassen und Straßen und suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand ihn nicht.

Hoh 3,3   Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umgehen: "Habt ihr nicht gesehen, den meine Seele liebt?"

Hoh 3,4   Da ich ein wenig an ihnen vorüber war, da fand ich, den meine Seele liebt. Ich halte ihn und will ihn nicht lassen, bis ich ihn bringe in meiner Mutter Haus, in die Kammer der, die mich geboren hat.
Kap 8,2

Hoh 3,5   Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Rehen oder Hinden* auf dem Felde, daß ihr meine Freundin nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.
* Hirschkühen
Kap 2,7

Herrlichkeit des Freundes

Hoh 3,6   Wer ist die, die heraufgeht aus der Wüste wie ein gerader Rauch, wie ein Geräuch von Myrrhe, Weihrauch und allerlei Gewürzstaub des Krämers?

Hoh 3,7   Siehe, um das Bett Salomos her stehen sechzig Starke aus den Starken in Israel.

Hoh 3,8   Sie halten alle Schwerter und sind geschickt, zu streiten. Ein jeglicher hat sein Schwert an seiner Hüfte um des Schreckens willen in der Nacht.

Hoh 3,9   Der König Salomo ließ sich eine Sänfte machen von Holz aus Libanon.

Hoh 3,10   Ihre Säulen sind silbern, die Decke golden, der Sitz purpurn, und inwendig ist sie lieblich ausgeziert um der Töchter Jerusalems willen.

Hoh 3,11   Gehet heraus und schauet an, ihr Töchter Zions, den König Salomo in der Krone, damit ihn seine Mutter gekrönt hat am Tage seiner Hochzeit und am Tage der Freude seines Herzens.

Kapitel 4

Vorzüge der Freundin

Hoh 4,1  Siehe, meine Freundin, du bist schön! siehe, schön bist du! Deine Augen sind wie Taubenaugen zwischen deinen Zöpfen. Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, die gelagert sind am Berge Gilead herab.
Kap 5,12; 6,5

Hoh 4,2   Deine Zähne sind wie eine Herde Schafe mit bechnittener Wolle, die aus der Schwemme kommen, die allzumal Zwillinge haben, und es fehlt keiner unter ihnen.
Kap 6,6

Hoh 4,3   Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur und deine Rede lieblich. Deine Wangen sind wie der Ritz am Granatapfel zwischen deinen Zöpfen.
Kap 6,7

Hoh 4,4   Dein Hals ist wie der Turm Davids, mit Brustwehr gebaut, daran tausend Schilde hangen und allerlei Waffen der Starken.
Kap 7,5

Hoh 4,5   Deine zwei Brüste sind wie zwei junge Rehzwillinge, die unter den Rosen weiden.
Kap 7,4

Hoh 4,6   Bis der Tag kühl wird und die Schatten weichen, will ich zum Myrrhenberge gehen und zum Weihrauchhügel.
Kap 2,17

Hoh 4,7   Du bist allerdinge schön, meine Freundin, und ist kein Flecken an dir.
Ps 45,14

Hoh 4,8   Komm mit mir, meine Braut, vom Libanon, komm mit mir vom Libanon, tritt her von der Höhe Amana, von der Höhe Senir und Hermon, von den Wohnungen der Löwen, von den Bergen der Leoparden!

Hoh 4,9   Du hast mir das Herz genommen, meine Schwester, liebe Braut, mit deiner Augen einem und mit deiner Halsketten einer.

Hoh 4,10   Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester, liebe Braut! Deine Liebe ist lieblicher denn Wein, und der Geruch deiner Salben übertrifft alle Würze.

Hoh 4,11   Deine Lippen, meine Braut, sind wie triefender Honigseim; Honig und Milch ist unter deiner Zunge, und deiner Kleider Geruch ist wie der Geruch des Libanon.

Hoh 4,12   Meine Schwester, liebe Braut, du bist ein verschlossener Garten, eine verschlossene Quelle, ein versiegelter Born.

Hoh 4,13   Deine Gewächse sind wie ein Lustgarten von Granatäpfeln mit edlen Früchten, Zyperblumen mit Narden,

Hoh 4,14   Narde und Safran, Kalmus und Zimt, mit allerlei Bäumen des Weihrauchs, Myrrhen und Aloe mit allen besten Würzen.

Hoh 4,15   Ein Gartenbrunnen bist du, ein Born lebendiger Wasser, die vom Libanon fließen.

Hoh 4,16   Stehe auf, Nordwind, und komm, Südwind, und wehe durch meinen Garten, daß seine Würzen triefen! Mein Freund komme in seinen Garten und esse von seinen edlen Früchten.

Kapitel 5

Hoh 5,1  Ich bin gekommen, meine Schwester, liebe Braut, in meinen Garten. Ich habe meine Myrrhe samt meinen Würzen abgebrochen; ich habe meinen Seim samt meinem Honig gegessen; ich habe meinen Wein samt meiner Milch getrunken. Eßt, meine Lieben, und trinkt, meine Freunde, und werdet trunken!
Kap 6,2

Die Sehnsucht der Freundin

Hoh 5,2   Ich schlafe, aber mein Herz wacht. Da ist die Stimme meines Freundes, der anklopft: Tue mir auf, liebe Freundin, meine Schwester, meine Taube, meine Fromme! denn mein Haupt ist voll Tau und meine Locken voll Nachttropfen.
Kap 6,9

Hoh 5,3   Ich habe meinen Rock ausgezogen, wie soll ich ihn wieder anziehen? Ich habe meine Füße gewaschen, wie soll ich sie wieder besudeln?

Hoh 5,4   Aber mein Freund steckte seine Hand durchs Riegelloch, und mein Innerstes erzitterte davor.

Hoh 5,5   Da stand ich auf, daß ich meinem Freund auftäte; meine Hände troffen von Myrrhe und meine Finger von fließender Myrrhe an dem Riegel am Schloß.

Hoh 5,6   Und da ich meinem Freund aufgetan hatte, war er weg und hingegangen. Meine Seele war außer sich, als er redete. Ich suchte ihn, aber ich fand ihn nicht; ich rief, aber er antwortete mir nicht.
Kap 3,1

Hoh 5,7   Es fanden mich die Hüter, die in der Stadt umgehen; die schlugen mich wund; die Hüter auf der Mauer nahmen mir meinen Schleier.

Hoh 5,8   Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, findet ihr meinen Freund, so sagt ihm, daß ich vor Liebe krank liege.
Kap 2,5

Hoh 5,9   Was ist dein Freund vor andern Freunden, o du schönste unter den Weibern? Was ist dein Freund vor andern Freunden, daß du uns so beschworen hast?

Hoh 5,10   Mein Freund ist weiß und rot, auserkoren unter vielen Tausenden.

Hoh 5,11   Sein Haupt ist das feinste Gold. Seine Locken sind kraus, schwarz wie ein Rabe.

Hoh 5,12   Seine Augen sind wie Augen der Tauben an den Wasserbächen, mit Milch gewaschen und stehen in Fülle.
Kap 4,1

Hoh 5,13   Seine Backen sind wie Würzgärtlein, da Balsamkräuter wachsen. Seine Lippen sind wie Rosen, die von fließender Myrrhe triefen.
Ps 45,3

Hoh 5,14   Seine Hände sind wie goldene Ringe, voll Türkise. Sein Leib ist wie reines Elfenbein, mit Saphiren geschmückt.

Hoh 5,15   Seine Beine sind wie Marmelsäulen, gegründet auf goldenen Füßen. Seine Gestalt ist wie Libanon, auserwählt wie Zedern.

Hoh 5,16   Seine Kehle ist süß, und er ist ganz lieblich. Ein solcher ist mein Freund; mein Freund ist ein solcher, ihr Töchter Jerusalems!

Kapitel 6

Hoh 6,1  Wo ist denn dein Freund hin gegangen, o du schönste unter den Weibern? Wo hat sich dein Freund hin gewandt? So wollen wir mit dir ihn suchen.

Hoh 6,2   Mein Freund ist hinabgegangen in seinen Garten, zu den Würzgärtlein, daß er weide in den Gärten und Rosen breche.
Kap 4,6

Hoh 6,3   Mein Freund ist mein, und ich bin sein, der unter den Rosen weidet.
Kap 2,16

Die Freude der Wiedervereinigung

Hoh 6,4   Du bist schön, meine Freundin, wie Thirza, lieblich wie Jerusalem, schrecklich wie Heerscharen.
Kap 1,15

Hoh 6,5   Wende deine Augen von mir; denn sie verwirren mich. Deine Haare sind wie eine Herde Ziegen, die am Berge Gilead herab gelagert sind.
Kap 4,1

Hoh 6,6   Deine Zähne sind wie eine Herde Schafe, die aus der Schwemme kommen, die allzumal Zwillinge haben, und es fehlt keiner unter ihnen.
Kap 4,2

Hoh 6,7   Deine Wangen sind wie ein Ritz am Granatapfel zwischen deinen Zöpfen.
Kap 4,3

Hoh 6,8   Sechzig sind der Königinnen und achtzig der Kebsweiber, und der Jungfrauen ist keine Zahl.
Ps 45,15

Hoh 6,9   Aber eine ist meine Taube, meine Fromme, eine ist ihrer Mutter die Liebste und die Auserwählte ihrer Mutter. Da sie die Töchter sahen, priesen sie dieselbe selig; die Königinnen und Kebsweiber lobten sie.
Kap 5,2

Hoh 6,10   Wer ist, die hervorbricht wie die Morgenröte, schön wie der Mond, auserwählt wie die Sonne, schrecklich wie Heerscharen?

Hoh 6,11   Ich bin hinab in den Nußgarten gegangen, zu schauen die Sträuchlein am Bach, zu schauen, ob die Granatbäume blühten.

Hoh 6,12   Ich wußte nicht, daß meine Seele mich gesetzt hatte zu den Wagen Ammi-Nadibs.

Kapitel 7

Zwiegespräch des Freundes und der Freundin

Hoh 7,1  Kehre wieder, kehre wieder, o Sulamith! kehre wieder, kehre wieder, daß wir dich schauen! Was sehet ihr an Sulamith? Den Reigen zu Mahanaim.

Hoh 7,2   Wie schön ist dein Gang in den Schuhen, du Fürstentochter! Deine Lenden stehen gleich aneinander wie zwei Spangen, die des Meisters Hand gemacht hat.

Hoh 7,3   Dein Schoß ist wie ein runder Becher, dem nimmer Getränk mangelt. Dein Leib ist wie ein Weizenhaufen, umsteckt mit Rosen.

Hoh 7,4   Deine zwei Brüste sind wie zwei Rehzwillinge.
Kap 4,5

Hoh 7,5   Dein Hals ist wie ein elfenbeinerner Turm. Deine Augen sind wie die Teiche zu Hesbon am Tor Bathrabbims. Deine Nase ist wie der Turm auf dem Libanon, der gen Damaskus sieht.
Kap 4,4

Hoh 7,6   Dein Haupt steht auf dir wie der Karmel. Das Haar auf deinem Haupt ist wie der Purpur des Königs, in Falten gebunden.

Hoh 7,7   Wie schön und wie lieblich bist du, du Liebe voller Wonne!
Kap 1,15; 2,14

Hoh 7,8   Dein Wuchs ist hoch wie ein Palmbaum und deine Brüste gleich den Weintrauben.

Hoh 7,9   Ich sprach: Ich muß auf dem Palmbaum steigen und seine Zweige ergreifen. Laß deine Brüste sein wie Trauben am Weinstock und deiner Nase Duft wie Äpfel

Hoh 7,10   und deinen Gaumen wie guter Wein, der meinem Freunde glatt eingeht und der Schläfer Lippen reden macht.

Hoh 7,11   Mein Freund ist mein, und nach mir steht sein Verlangen.
Kap 2,16

Hoh 7,12   Komm, mein Freund, laß uns aufs Feld hinausgehen und auf den Dörfern bleiben,
Kap 2,10-13

Hoh 7,13   daß wir früh aufstehen zu den Weinbergen, daß wir sehen, ob der Weinstock sprosse und seine Blüten aufgehen, ob die Granatbäume blühen; da will ich dir meine Liebe geben.
Kap 6,11

Hoh 7,14   Die Lilien geben den Geruch, und über unsrer Tür sind allerlei edle Früchte. Mein Freund, ich habe dir beide, heurige und vorjährige, behalten.

Kapitel 8

Die Treue der für immer Vereinten

Hoh 8,1  O, daß du mir gleich einem Bruder wärest, der meiner Mutter Brüste gesogen! Fände ich dich draußen, so wollte ich dich küssen, und niemand dürfte mich höhnen!

Hoh 8,2   Ich wollte dich führen und in meiner Mutter Haus bringen, da du mich lehren solltest; da wollte ich dich tränken mit gewürztem Wein und mit dem Most meiner Granatäpfel.
Kap 3,4

Hoh 8,3   Seine Linke liegt unter meinem Haupt, und seine Rechte herzt mich.
Kap 2,6

Hoh 8,4   Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems, daß ihr meine Liebe nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.
Kap 2,7

Hoh 8,5   Wer ist die, die heraufsteigt von der Wüste und lehnt sich auf ihren Freund? Unter dem Apfelbaum weckte ich dich; da ist dein genesen deine Mutter, da ist dein genesen, die dich geboren hat.

Hoh 8,6   Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz und wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod, und ihr Eifer ist fest wie die Hölle. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme JAHWEH’s,

Hoh 8,7   daß auch viele Wasser nicht mögen die Liebe auslöschen noch die Ströme sie ertränken. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so gölte es alles nichts.

Hoh 8,8   Unsere Schwester ist klein und hat keine Brüste. Was sollen wir unsrer Schwester tun, wenn man nun um sie werben wird?

Hoh 8,9   Ist sie eine Mauer, so wollen wir ein silbernes Bollwerk darauf bauen. Ist sie eine Tür, so wollen wir sie festigen mit Zedernbohlen.

Hoh 8,10   Ich bin eine Mauer und meine Brüste sind wie Türme. Da bin ich geworden vor seinen Augen, als die Frieden findet.

Hoh 8,11   Salomo hat einen Weinberg zu Baal-Hamon. Er gab den Weinberg den Hütern, daß ein jeglicher für seine Früchte brächte tausend Silberlinge.

Hoh 8,12   Mein eigener Weinberg ist vor mir. Dir, Salomo, gebühren tausend, aber zweihundert den Hütern seiner Früchte.

Hoh 8,13   Die du wohnst in den Gärten, laß mich deine Stimme hören; die Genossen merken darauf.
Ps 45,15

Hoh 8,14   Flieh, mein Freund, und sei gleich einem Reh oder jungen Hirsch auf den Würzbergen!
Kap 2,9

weiter: JESAJA Kapitel 1 bis 25
 
















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