Martin Luther & Reformatoren

 

“Die unbekannte Reformation”


"Die Reformation des 16. Jahrhunderts, die den Protestantismus ins Leben rief, basiert auf der Heiligen Schrift. Sie gab der Welt die Bibel zurĂŒck. Sie lehrte aus der Schrift; durch dieses Schwert des Geistes deckte sie die Irrlehren und Korruption Roms auf. Sie legte die Prophezeiung aus und folgte deren praktischer Wegweisung. Eine solche Reformation brauchen wir heute neu. Wir haben zugelassen, das prophetische und antipĂ€pstliche Wahrheiten zu sehr in Vergessenheit geraten sind. Diese Generation hat eine gefĂ€hrliche Weitherzigkeit - GleichgĂŒltigkeit gegenĂŒber Wahrheit und Irrtum an Punkten, wo die Schrift außerordentlich entschieden und absolut deutlich spricht.

Unserem reformierten Glauben drohen also von innen und von außen Gefahren, und wir können ihn nur dann erhalten, wenn wir entschlossen zu dem wahren Zeugnis der Heiligen und MĂ€rtyrer vergangener Zeiten zurĂŒckkehren. Wir mĂŒssen wieder neu aus den göttlichen Weissagungen lernen, wie Gott den Charakter der römischen Kirche einschĂ€tzt, wenn wir neu zu Zeugen fĂŒr Christus und gegen diesen großen Abfall werden wollen.

Wir können nicht anders, als den großen, alten Protest zu erneuern, dem die Welt ihre modernen Errungenschaften Freiheit, Wissen, Frieden und Wohlstand verdankt."

aus: H. Grattan Guinnes: Romanism and the Reformation (geschrieben von Reformatoren der Kirche von England, vor ĂŒber 120 Jahren.


Siehe Vortragsreihe:
„Reformation“ mit Prof. Walter Veith - zu beziehen ĂŒber www.amazing-discoveries.org)
 


Aussagen Martin Luthers und Aussagen von heute etc.

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Prof. Dr. Walter Veith: England, der Preis

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Thema “Die Reformation in England etc.” - hochinteressanter Vortrag auf DVD
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„Romanismus ist nicht bloß die abgefallene Christenheit im Allgemeinen, sondern die abgefallene lateinische Christenheit. ...

Die Reformation war eine RĂŒckkehr zum nicht abgefallenen bzw. Urchristentum. Ein Merkmal dieser gewaltigen Bewegung war, dass sie Latein aus dem öffentlichen Gottesdienst verbannten und die Heilige Schrift in lebenden Sprachen ĂŒbersetzten, sodass alle Nationen Gottes Wort in ihren eigenen Sprache lesen und seine heiligen Botschaften selber verstehen konnten. Die Namen von Luther, Zwingli, Erasmus, Tyndale, Knox, Calvin, Latimer, Ridley, Cranmer, Hooper, und anderen sind mit dieser 'Reformation' verbunden.“

aus: H. Grattan Guiness: Romanism and the Reformation, S. 8.9

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Martin Luther ĂŒber das Buch Daniel:

"Darum bitten wir, daß alle ernsten Christen das Buch Daniel lesen, denn es wird ihnen ein Trost und großer Nutzen in diesen letzten, schlimmen Zeiten sein... 'Wenn aber dieses anfĂ€ngt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure HĂ€upter, darum daß sich eure Erlösung naht.' Aus dem gleichen Grund sehen wir bei Daniel, daß alle TrĂ€ume und Visionen, wie furchtbar sich auch sein mögen, immer in GlĂŒck und Freude mit dem Kommen Christi und seines Reiches enden, ja, um dieses Hauptartikels des Glaubens, der Wiederkunft Christi willen, wurden diese Visionen gegeben, erklĂ€rt und niedergeschrieben."

aus: Martin Luther: Schriften, Bd. 6, Sp. 942f.

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"Ich hoffe, der jĂŒngste Tag wird nicht noch 100 Jahre verziehen, denn Gottes Wort wird wieder weggenommen werden und eine große Finsternis kommen, weil es so wenige Prediger des Wortes gibt."

aus: Martin Luther: Schriften, Bd. 22, Sp. 18

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Martin Luther ĂŒber die Wiederkunft des Messias:

"O Christus, mein Herr, sieh herab auf uns und bring ĂŒber uns deinen Tag des Gerichts und zerstöre die Brut des Satans in Rom! Dort sitzt der Mensch, von dem der Apostel Paulus schrieb (2. Thessalonicher 2,3.4), dass er sich widersetzen und erheben wird ĂŒber alles, das Gott genannt wird - jener Mensch der SĂŒnde, der Sohn des Verderbens. Was ist die pĂ€pstliche Macht als nur SĂŒnde und Verderbnis? Sie fĂŒhrt Seelen unter deinem Namen in die Verdammnis, o Herr! ... Ich hoffe, jener Gerichtstag wird bald anbrechen. Die Zeiten können und werden nicht schlimmer werden als jetzt. Der pĂ€pstliche Stuhl ĂŒbt bis zum Äußersten das Böse aus. Er unterdrĂŒckt Gottes Gesetz und erhöht seine Gebote ĂŒber die Gebote Gottes."

aus: Martin Luther: Dr. Martin Luthers sÀmtliche Werke, Bd. 21, S. 339

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Martin Luther, 1483 - 1546

"Luther ... bewies anhand der Offenbarungen von Daniel und dem hl. Johannes, anhand der Briefe des hl. Paulus, hl. Petrus und hl. Judas, dass die in der Bibel vorhergesagte und beschriebene Herrschaft des Anti-Christus das Papsttum war... Und das ganze Volk sagten Amen! Ein heiliger Schrecken ergriff ihre Seele. Es war der Anti-Christus, den sie auf dem pontifikalen Thron sitzen sahen. Dieser neue Gedanke, der durch die prophetischen ErlĂ€uterungen, mit denen Luther seine Zeitgenossen konfrontierte, noch gestĂ€rkt wurde, fĂŒgte Rom einen fĂŒrchterlichen Schlag zu."

aus: J. H. Merle D'Aubigne: History of the Reformation of the Sixteen Century, Buch 6, S. 215

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Nach Martin Luthers Tod schrieb Johann Wilhelm Reiffenstein, der oft lĂ€ngere Zeit in Luthers Haus zu Gast war, ĂŒber ihn:

„'Lebend war ich deine Plage, sterbend bin ich dein Tod, Papst.' Im Jahr 1546, als er sein 63. Jahr hinter sich ließ und das 64. Jahr antrat, starb er. Und mag er auch tot sein – dennoch lebt er.“

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H. Grattan Guinness schreibt 1887:

„Im Jahre 1500 gab es nicht eine freie Nation in Europa – alle waren der tyrannischen Herrschaft Roms unterworfen. Nun sind halb Europa und Amerika frei von diesem unertrĂ€glichen Joch. Die Bildung lebt auf, die Druckkunst wurde entdeckt. Seither ist das Wort Gottes vermehrt, ĂŒbersetzt und erlĂ€utert worden wie nie zuvor. VollmĂ€chtige Ausleger sind aufgestanden, MĂ€nner wie Mede, Sir Isaac Newton und Elliott. Die protestantische Reformation rief eine gewaltige pĂ€pstliche Reaktion hervor. 


Das Schiff der protestantischen Kirche war kaum los und auf Fahrt in tiefen Wassern, als schon ein mĂ€chtiges Unwetter losbrach. Die Auferstehung des erschlagenen „Zeugen“ Christi in der Person der Reformatoren wurde mit einer Auferstehung alle MĂ€chte des Abgrunds erwidert. Die Erweckung von Seelen brachte Krieg, kirchlich und staatlich, eine Krieg der Anathemas und einen Vernichtungskrieg. Seht euch vor, ihr braven Reformatoren! Ihr könnt siegen, aber nur durch Streit und Pein und Ströme von Blut.“

Dann klagt er:

„Steh auf, o Luther! Schrei auf wegen der „babylonischen Gefangenschaft der Kirche“, verbrenne die pĂ€pstliche Bulle, errege Deutschland! Aber du wirst ein GegenĂŒber haben. Satan wird seinen Loyola aufstellen und Loyola seine Jesuiten – raffiniert, gebildet, unschuldig in Gewand und Namen, wechselnd in Gestalt, endlos in Tarnung, unzĂ€hlbar, Wissenschaftler, Lehrer, Theologen, BeichtvĂ€ter der FĂŒrsten, politische Rhetoriker, Kasuisten, scharfe, skrupellose und zweischneidige Instrumente, fĂŒr jeden Bereich und jedes Unternehmen geeignete MĂ€nner – und sie werden gegen die Kirche der Reformation ausschwĂ€rmen, ein jeder weise in der Weisheit und stark in der StĂ€rke, die nicht von oben sind, sondern von unten.“

„Kommt hervor, du schöne BlĂŒte Frankreich! Eifert, ihr braven Hugenotten, fĂŒr die Freiheit eures Landes und den Glauben des Evangeliums! Doch Paris wird von Blut triefen, ihr werdet haufenweise wie MĂŒll in den Straßen liegen, eure Leiber werden die Ströme verstopfen, sie werden in den FlĂŒssen verwesen, sie werden in Ketten hĂ€ngen, sie werden in MassengrĂ€bern geschaufelt oder auf Misthaufen verbrannt werden. Rom wird seine Freudenglocken lĂ€uten, sein Te Deums singen und in seinen Kathedralen und PalĂ€sten Beifall rufen, weil das Massaker der BartholomĂ€usnacht das Werk der Reformation in Frankreich eine Zeit lang zu Fall gebracht hat.“

„Steht auf, ihr HollĂ€nder! Steh auf, Wilhelm der Schweiger! Steht auf, ihr MĂ€nner von Haarlem und Rotterdam, von Amsterdam und Leyden, ihr braven BĂŒrger und aufrichtigen Theologen! Ihr wagt es, fĂŒr zivile Freiheit und heilige Wahrheit zu streiten: Euer Land wird stöhnen unter dem Tritt von Alvas Truppen, eure Festungen werden fallen, eure BĂŒrger von spanischen Schwertern durchbohrt werden, euer Besitz geplĂŒndert, eure Frauen und Töchter entehrt und widerlich ermordet, eure Kinder von Pferdehufen zertrampelt und wie Straßendreck niedergetreten.“

„Zerreiß deine Ketten, o England! Rom wird Mittel finden, sie neu zu schmieden. Du wirst deine Maria die Blutige haben und deine Feuer von Smithfield. Protestantische Bischöfe werden dafĂŒr brennen. Gegen deine meerumgĂŒrtete Insel wird Spanien seine stolze Armada senden, eine Flotte von 130 großen Kriegsschiffen wird das Meer ĂŒberqueren, zwölf von ihnen nach den zwölf Aposteln benannt; sie werden beladen mit Seeleuten und Soldaten sein, mit Schwertern und Gewehren, mit Priestern und Jesuiten; der Papst wird die Banner segnen. Wehe dir, o England, wenn der Himmel der nicht hilft, wenn seine Winde dich im Stich lassen!“

aus: Romanism and the Reformation

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Zeugen der damaligen Zeit:

"Wycliffe, Tyndale, Luther; Calvin, Cranmer; im 17. Jahrhundert Bunyan, die Übersetzer der King-James-Bibel und die MĂ€nner, die die Westminster- und die Baptisten-Konfession veröffentlichen; Sir Isaac Newton, Wesley, Whitfield, Jonathan Edwards; und in jĂŒngerer Zeit Spurgeon, Bischof J. C. Ryle und Dr. Martin Lloyd-Jones - all diese MĂ€nner neben unzĂ€hligen anderen sahen im Amt des Papsttums den Anti-Christus."

aus: Michael de Semlyen: All Roads Lead to Rome, S. 205

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    Prof. Walter Veith fĂŒhrt auf die Merkmale des „kleinen Horns“:

    1. Steigt aus dem vierten Tier hervor. (Daniel 7,7.8)

    2. Steigt zwischen den zehn Hörnern auf. (Vers 8: Als ich aber auf die Hörner achtgab, siehe, da brach ein anderes kleines Horn zwischen ihnen hervor)

    3. Nach den zehn Hörnern. (Vers 24: Nach ihnen aber wird ein anderer aufkommen)

    4. Anders als die vorigen Hörner. (Vers 24: der wird ganz anders sein als die vorigen)

    5. GrĂ¶ĂŸer als seine GefĂ€hrten. (Vers 20: war grĂ¶ĂŸer als die Hörner, die neben ihm waren)

    6. Reißt drei Könige aus. (Vers 20: vor dem drei ausfielen)

    7. Hat Augen wie ein Mensch und redet Worte gegen den Höchsten (Vers 8,25: das Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul; das redete große Dinge 
 gegen den Höchsten)

    8. Reibt die Heiligen auf. (Vers 25: die Heiligen des Höchsten vernichten)

    9. Will Festzeiten und Gesetze Àndern. (Vers 25: wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu Àndern)

    10. Herrscht dreieinhalb Zeiten. (Vers 25: Sie werden in seine Hand gegeben werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit)

    11. Frisst die ganze Erde. (Vers 23: Das vierte Tier 
 wird ganz anders sein 
 wird alle LĂ€nder fressen, zertreten und zermalmen)

    12. Existiert bis zum Weltende. (Vers 22: bis die Zeit kam, dass die Heiligen das Reich empfingen)

    13. Seine Herrschaft wird in der Endzeit weggenommen. (Vers 26: Danach wird das Gericht gehalten werden; dann wird ihm seine Macht genommen und ganz und gar vernichtet werden)

 

Der historische Beweis aus NĂŒrnberg, dem NĂŒrnberger Rathaus:

"Das Rathaus ... mit drei wunderschönen dorischen Portalen, ĂŒber denen die prophetischen Tiere aus Daniel 7 aus Stein gehauen sind. Diese beeindruckenden Figuren wurden im Auftrag des Stadtrates 1617 von dem bekannten KĂŒnstler Leonard Kern geschaffen ... Unterhalb des GebĂ€udes sind Höhlengewölbe und Folterkammern, die frĂŒher vom 'Heiligen Offizium' zur Verfolgung Andersdenkender und der AnhĂ€nger des reformierten Glaubens verwendet wurden."

aus: Hedlam, S. 158 - 167

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"Es gibt drei verschiedene prophetische Quellen fĂŒr Aufstieg, Wesen, Taten und Schicksal des 'Romanismus' <der römischen Kirche>: erstens das Buch Daniel, zweitens der Brief von Paulus und drittens die Briefe und Offenbarung von Johannes. Keine von diesen dreien ist fĂŒr sich selbst vollstĂ€ndig. Erst wenn wir diese separaten Merkmale zusammen nehmen, ergibt sich ein perfektes Bild. Daniels Vision stellt Wesen und Beziehung des Romanismus auf politischer Ebene dar. Der Apostel Paulus dagegen sagt Wesen und Beziehung dieser Macht auf kirchlicher Ebene voraus. Und Johannes Weissagungen in Offenbarung 13 und 17 zeigen beides gemeinsam - die wechselseitigen Beziehungen zwischen der lateinischen und dem römischen Staat."

aus. H. Grattan Guinness: Romanism and the Reformation

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Das KLEINE HORN - Daniels Beschreibung

"Noch einmal: Roms Herrschaft hat nie aufgehört. FĂŒnf oder sechs Jahrhunderte lang war es eine weltlich-heidnische Macht, und seither ist es eine kirchliche und abgefallene christliche Macht. Roms Herrschaft stand in neuer Gestalt wieder auf und war unter den PĂ€psten des 13. Jahrhunderts nicht weniger real aus unter den CĂ€saren des ersten. Es war unter Innocent III. ebenso unterdrĂŒckerisch, grausam und blutig wie unter Nero und Domitian. Die Formen waren anders, aber die RealitĂ€t dieselbe. Die PĂ€pste haben Jesu Zeugen nicht weniger heftig und verbittert verfolgt als die CĂ€saren. Unter Diokletian waren die Verfolgungen der Heiligen und der Kampf gegen das Evangelium nicht stĂ€rker als unter der Inquisition in pĂ€pstlicher Zeit. Rom bleibt dieselbe, sowohl örtlich als auch moralisch.

Die durch das stolze, intelligente, gotteslĂ€sterliche, kopfĂ€hnliche 'kleine Horn' des römischen Tieres symbolisierte Macht nimmt den grĂ¶ĂŸten Teil der Weissagung ein. Beachten wir an dieser Stelle sorgfĂ€ltig die verschiedenen Hinweise dafĂŒr, dass dieses Horn ein wunderbares prophetisches Symbol oder eine Hieroglyphe des römischen Papsttums ist! Es passt wie ein SicherheitsschlĂŒssel in sein individuelles Schloss, fĂŒr das er exakt zugeschliffen wurde, wĂ€hrend jeder Versuch, ihn in ein anderes Schloss zu zwĂ€ngen, scheitern muss."

aus: H. Grattan, Romanism and the Reformation

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DAS KLEINE HORN KOMMT AUS DEM KÖRPER DES VIERTEN REICHES, DES RÖMISCHEN REICHES!

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„Das alles trifft auf das römische Papsttum zu. Die lateinische Sprache der Kaiser. Es ist die einzige Kirche, die je nach einer Stadt benannt wurde. Das Papsttum erfĂŒllt damit die erste Bedingung. WĂ€hrend dieser Zeit entstanden die zehn Königreiche. Das kleine Horn stieg unter den Zehn auf. Das Papsttum entwickelte sich gleichzeitig mit dem Reich der Goten.“

aus: H. Grattan Guinness: Romanism and the Reformation

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Paulus' Beschreibung des kleinen Horns (1. Timotheus 4,1-5):

Hier haben wir nicht nur eine Vorhersage, dass es zu einem 'Abfall' vom Glauben der christlichen Gemeinde kommen wĂŒrde, sondern die Beschreibung seines Ursprungs und Wesens. ...

Sein Ursprung sollte satanisch sein, seine Lehren teuflisch bzw. dĂ€monisch. Es sollte sich AutoritĂ€t anmaßen, Gesetze und Verbote aufzustellen, vor allem das Verbot zu heiraten. Die Ehe sollte verboten werden, obwohl sie von Gott eingesetzt ist, und Fleisch sollte nicht erlaubt sein, obwohl es geschaffen ist, um mit Danksagung empfangen zu werden. Wahre Herzensheiligkeit sollte durch Ă€ußere ReligiösitĂ€t und selbstauferlegte Opfer ersetzt werden, "durch die Heuchelei von LĂŒgenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind".
 

Der Mensch der SĂŒnde und der Mensch Gottes:

"Der Mensch der SĂŒnde hat wie "Mensch Gottes" eine allgemeine, umfassende Bedeutung. Wenn wir lesen, dass "der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerĂŒstet" (2. Timotheus 3,17), gehen wir nicht davon aus, dass damit ein einzelner Mensch gemeint ist, obwohl der bestimmte Artikel dasteht. Hier ein von Menschen mit einem bestimmten Charakter die Rede, eine Linie Ă€hnlicher Individuen. "Ein" Mensch der SĂŒnde wĂ€re ein Einzelner, so wie "ein" König von England nur eine einzige Person bezeichnet. "Der" König dagegen kann eine ganze Dynastie einschließen. ...

Wenn Paulus im HebrĂ€erbrief ĂŒber das jĂŒdische Heiligtum sagt, ins Allerheiligste "geht einmal im Jahr nur DER Hohepriester", meint er damit die gesamte Folge von Hohepriestern in Israel. Dass ein prophetischer Begriff in der Einzahl sich auf eine Vielzahl von Personen beziehen kann, wird sehr deutlich in Johannes' Worten: "Wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind jetzt viele Antichristen aufgetreten" (1. Johannes 2,18). ...

Grammatisch kann damit sowohl ein Individuum als auch eine Abfolge Ă€hnlicher Individuen gemeint sein. Der Zusammenhang zeigt, dass tatsĂ€chlich Letzteres der Fall ist, denn "das Geheimnis der Bosheit", in dem der Mensch der SĂŒnde bereits "lauerte", regt sich schon zur Zeit von Paulus.

Der "Papst von Rom" kann also einen einzelnen Bischof bezeichnen oder eine lange Abfolge - eine dauerhafte Person, wie "der Mensch der SĂŒnde".

Paulus Prophezeiung enthÀlt keinerlei Angabe der Dauer, nur die zwei Grenzmarken.

"Der Abfall entwickelte sich 'schon' und sollte erst bei der Wiederkunft vernichtet werden. Paulus Chronologie des Anti-Christus zeit, wann er kommen wĂŒrde (nach dem Fall Roms) und dass er bis zum zweiten Kommen existieren wĂŒrde (siehe Daniel), wo er dann vernichtet wird."

Er sitzt im Tempel Gottes: Das Gesicht des Menschen der SĂŒnde ist das Gesicht eines falsches Apostels, das finstere Gesicht eines Judas. Auf der Tempelmauer steht geschrieben: "Sohn des Verderbens". Der Mensch der SĂŒnde ist wie Judas - dem Anschein nach eine Freund, eine "vertrauter Freund", im Geheimen aber eine Gegenspieler und Todfeind, der seinen Meister mit "Sei gegrĂŒĂŸt!" und einem Kuss verrĂ€t.

Beachten wir, wo der Mensch der SĂŒnde sitzt: im "Tempel" bzw. im Haus Gottes. Das ist unmöglich irgendein jĂŒdischer Tempel.

"Diesen Ausdruck in seinem prophetischen PortrĂ€t des Romanismus gebraucht Paulus auch in Kolosser und Epheser mit Bezug auf die christliche Kirche. Im zweiten Korintherbrief schreibt er an die Heidenchristen: 'Ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes". Im Epheserbrief nennt er die Gemeinde 'einen heiligen Tempel', 'eine Behausung Gottes im Geist'. FĂŒr Paulus ist Gottes Tempel ganz klar die Gemeinde Christi. Das ist der Tempel, in dem sein prophetischer Blick den Menschen der SĂŒnde sitze sah - nicht jemand in einem Tempel aus Stein, sondern EINE MACHT IN DER CHRISTLICHEN KIRCHE."
 

Sein Wesen

"Wie Christus fĂŒr Gott handelt, so handelt der Mensch der SĂŒnde fĂŒr Satan. Christus und er arbeiten gegeneinander: die Macht des Lichts und die Macht der Finsternis, die MajestĂ€t des Himmels und die Macht der Hölle. Und wie der Sohn Gottes sich erniedrigte, so erhöht der 'Mensch der SĂŒnde' sich. Unendliche Selbsterniedrigung auf der einen Seite, wo die göttliche Natur sich zur Menschheit beugt, und unendliche Selbsterhöhung auf der anderen, wo das Menschliche und Satanische sich Göttlichkeit anmaßt, 'so dass er sich in dem Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei' oder göttlich, ein göttliches Wesen. Der Name Gottes steht hier ohne Artikel, was andeutet, dass der Mensch der SĂŒnde in Worten und Taten ĂŒbermenschliche und göttliche WĂŒrde, AutoritĂ€t und Macht fĂŒr sich beanspruchen wĂŒrde."
 

Sein Sitz

"Beachten wir die Position des Menschen der SĂŒnde - das Wort "sitzt" (griech. kathizo). Das verwandte Wort "Sitz" kommt im Neuen Testament dreimal vor: zweimal bezogen auf die Sitze der TaubenverkĂ€ufer im Tempel, die Gottes Haus zu einem Marktplatz und einer RĂ€uberhöhle machten, und einmal in dem Satz, "Auf Moses Lehrstuhl haben sich die PharisĂ€er gesetzt". Von dem griechischen Wort kathizo kommt die "Kathedrale" (der Bischofssitz) und auch der Begriff "ex cathedra sprechen", was bedeutet, dass der Papst, von seinem Sitz, also offiziell spricht. ...

Dort, von seiner erhabenen Kathedralenposition aus und mit dem Anspruch, Gott zu reprĂ€sentieren, sollte der Mensch der SĂŒnde agieren und residieren, angeblich als Stellvertreter Christi, tatsĂ€chlich als sein Widersacher, der seine AutoritĂ€t untergrĂ€bt, seine Gesetze aufhebt und sein Volk unterdrĂŒckt."

aus: H. Grattan Guinness: Romanism and the Reformation (vor 120 Jahren von Reformatoren der englischen Kirche geschrieben)

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Apostel Paulus und der Prophet Daniel sagen:

Augen = Aufseher, Mund = Kirchenlehrer

Beide sind römisch:

Das sich selbst erhöhende kopfĂ€hnliche Horn bei Daniel ist römisch; es gehört zum vierten Tier = dem römischen Reich. Genau wie Paulus' Mensch der SĂŒnde, denn die kaiserliche Regierung mit Sitz in Rom musste erst verschwinden, bevor der Mensch der SĂŒnde aufsteigen und herrschen konnte. Er sollte der Nachfolger der römischen CĂ€saren werden. Sie haben denselben geografischen Sitz.

Beide existieren im gleichen Zeitraum:

Beide kommen auf, als das alte, ungeteilte Römische Reich zerfĂ€llt. Und sie enden zur gleichen Zeit: Daniels "kleines Horn" vergeht beim Kommen des Menschensohnes in Herrlichkeit, Paulus' Mensch der SĂŒnde wird vernichtet, wenn Gott (Gottes Sohn!) erscheint.

Beide erheben sich gegen Gott:

Daniel erwĂ€hnt die stolzen Worte des gotteslĂ€sterlichen "kleinen Horns", Paulus die unerhörten Taten des Menschen der SĂŒnde, der sich selbst als Gott darstellt.

Beide beginnen klein und unscheinbar, werden aber mit der Zeit sehr mÀchtig und einflussreich.

Beide haben den Anspruch, die Menschen zu lehren:

Daniels "kleines Horn" hat Augen (Bischof heißt eigentlich "Aufseher") und einen Mund (er ist ein Lehrer), der Mensch der SĂŒnde bei Paulus hat kirchliche Vorrangstellung, eine stolze Position im Tempel Gottes, der christlichen Gemeinde.

Beide verfolgen: Daniel beschreibt das "kleine Horn" als Verfolger, der die Heiligen aufreibt, Paulus sagt, dass der Mensch der SĂŒnde "sich widersetzt" und "gesetzlos" ist.

Fazit:

Beide haben denselben Ort (Rom), dieselbe Zeitperiode (6. Jh. bis zur Wiederkunft des Herrn in Herrlichkeit), denselben bösen Charakter, dieselbe Gesetzlosigkeit, dieselbe selbstherrliche Verachtung gegen Gott, denselben allmĂ€hlichen Aufstieg von Schwachheit zu Herrschaft, dieselbe bischöfliche Anmaßung, dasselbe verfolgende Wesen, dasselbe zweifache Schicksal.

Die Übereinstimmungen sind so bedeutsam, so zahlreich, so umfassend und exakt, dass ohne jeden Zweifel feststeht, dass die von Daniel prophezeite selbsterhöhende, verfolgende Macht und der von Paulus vorhergesagte Mensch der SĂŒnde ein und dieselbe Macht darstellen. Sogar Romanisten geben das zu und nennen diese doppelt vorhergesagte Macht den Anti-Christus.

In der unter römischer AutoritĂ€t herausgegebenen, kommentierten Douay-Bibel, die die Signaturen der KardinĂ€le Wiseman und Manning trĂ€gt, wird "der Mensch der SĂŒnde" wie folgt gedeutet:

"'Er sitzt im Tempel Gottes' etc. GemĂ€ĂŸ der unzweifelhaften AutoritĂ€t und einhelligen Meinung der alten VĂ€ter ... wird uns in all diesen Worten der große Anti-Christus beschrieben."

Damit bestĂ€tigt Rom, dass das "kleine Horn" in Daniel und der "Mensch der SĂŒnde" bei Paulus auf ein und dieselbe Macht hinweisen, nĂ€mlich den Anti-Christus.

aus: H. Grattan Guinness: Romanism and the Reformation

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Die prophetische Sicht der Reformatoren

Nikolaus von Amsdorf, 1483 - 1565

Luther sagte (ĂŒber seinen Kollegen/Freund): "Mein Geist ruhet aus in meinem Amsdorf."

aus: Nikolaus von Amsdorf: Allgemeine deutsche Biographie, S. 4


"(Der Anti-Christus) wird offenbart und vor dem jĂŒngsten Tag zunichte werden, sodass jedermann erkennen und begreifen wird, dass der Papst der echte, wahre Antichrist und nicht der Stellvertreter Christi ist ... Wer darum den Papst und seine Bischöfe als christliche Hirten und Bischöfe betrachtet, ist tief im Irrtum, noch mehr aber jener, der glaubt, der TĂŒrke sei der Antichrist. Denn der TĂŒrke regiert außerhalb der Kirche und sitzt weder im Heiligen, noch will er den Namen Christi tragen, sondern ist ein offener Widersacher Christi und seiner Kirche. Das bedarf keiner ErlĂ€uterung, sondern ist klar und deutlich, denn er verfolgt Christen offen und nicht wie der Papst, verborgen unter der Form der Gottseligkeit."

aus: Nikolaus von Amsdorf: FĂŒnff fĂŒrnemliche und gewisse Zeichen, Sig A2r (Walter Veith sagt: „Damals der TĂŒrke als Antichrist, heute gibt es welche, die sagen, dass der Islam der Antichrist sei.“)

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Flacius

1570 schrieb auch Flacius ein Traktat ĂŒber den Antichristen, wobei die Prophetie als Grundlage der Trennung vom Papsttum diente:

"Der sechste und letzte Grund fĂŒr unsere Trennung vom Papst und seinen Nachfolgern sei dieser: Durch viele Schriften unserer Kirche, durch das göttliche inspirierte Wort, durch Weissagungen ĂŒber die Zukunft und durch die besonderen Eigenschaften des Papsttums ist reichlich und grĂŒndlich bewiesen worden, dass der Papst mit seinen PrĂ€laten und Klerus der eigentliche, wahre, große Antichrist ist, dass sein Reich das eigentliche Babylon ist, eine immerwĂ€hrende Quelle und Mutter aller grĂ€ulichen Abgötterei."

aus: Matthias Flacius: Etliche, hochwichtige Ursachen und GrĂŒnde

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Georg Nigrinus, 1530 - 1602, evangelischer Theologe und Satiriker, geboren in Battenberg (Hessen):

"Die Jesuiten behaupten, schwer aufgebracht zu sein, und sie sehen meine ErklÀrungen als Beleidigung und Blasphemie, weil ich das Papsttum als den Antichristen brandmarke, den Daniel, Paulus, Petrus, Johannes und selbst Christus prophezeiten. Aber das ist die Wahrheit, so wahr Jesus der Messias, und ich bin bereit, es sogar nach ihrer eigenen Definition des Wortes 'Antichrist' zu zeigen."

aus: Georg Nigrinus: Antichrists grĂŒndliche Offenbarung, fol. 6v.

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"Dieser Jesuit behauptet weiter, dass das Papsttum nicht der Antichrist sein kann, weil seit Jahrhunderten besteht, wĂ€hrend der Antichrist angeblich nur 3 1/2 Jahre regieren soll ... Aber niemand bezweifelt heute, dass Daniel von Jahr-Tagen sprach, nicht wörtlichen Tagen ... Die Zeitspannen von 42 Monaten, 1260 Tagen, 3 1/2 Zeiten sind prophetisch, und nach Hesekiel 4 muss ein Tag als ein Jahr genommen werden ... (Antiochus ist ein Typus des Antichristen), und so viele Tage, wie er gegen die Juden wĂŒtete und raste, so viele Jahre wird der geistliche Antiochus oder Antichrist mitten in der christlichen Kirche wĂŒten."

aus: Georg Nigrinus: Antichrists grĂŒndliche Offenbarung, fols. 28v. 29r

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John Calvin (1509 - 1564), Presbyterianer:

"Manchen Menschen meinen, wir seien zu streng und kritisch, wenn wir den römischen Pontiff Antichrist nennen. Aber die so Denkenden ĂŒbersehen, dass sie denselben Vorwurf der Anmaßung auch Paulus persönlich machen, nach dem wir reden und dessen Sprache wir ĂŒbernehmen ... Ich will kurz sagen, dass (Paulus' Worte in 2. Thessalonicher 2) nicht anders aufgefasst werden können, als auf das Papsttum angewandt."

aus: Johannes Calvin: Institutionen der christlichen Religionen

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Roger Williams, 1603 - 1683, erster Baptistenprediger Amerikas:

Williams sprach vom Papst als "dem angeblichen Stellvertreter Christi auf Erden, der als Gott im Tempel Gottes herrscht und sich selbst erhöht, nicht nur ĂŒber alles, was Gott heißt, sondern auch ĂŒber Seele und Gewissen seiner Vasallen, ja, ĂŒber den Geist Christi, ĂŒber den heiligen Geist, ja, und Gott selbst ... indem er gegen den Gott des Himmels spricht und Zeiten und Gesetze Ă€ndern will. Er ist aber der Sohn des Verderbens (2. Thessalonicher 2)."

aus: Froom: The Prophetic Faith of Our Fathers, Bd. 3, S. 52.

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Die Konfession der Baptisten stellt fest:

"Der Papst ist jener Mensch der SĂŒnde und Sohn des Verderbens, der sich in der Kirche gegen Christus und alles, was Gott heißt, erhebt, und den der Herr durch den Glanz seines Kommens vernichten wird."

aus: Zitiert in Michael de Semlyen: All Roads lead to Rome?, S. 176

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Das Westminster-Glaubensbekenntnis von 1647:

"Es gibt kein anderes Haupt der Gemeinde als den Herrn Jesus Christus, noch kann der Papst von Rom in irgendeiner Weise ihr Haupt sein, sondern er ist der Antichrist, der Mensch der SĂŒnde und Sohn des Verderbens, der sich in der Kirche erhebt gegen Christus und alles, was Gott heißt." - Philip Schaff: The Creeds of Christendom: With a History and Critical Notes, Bd. 3, S. 658x

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John Wesley (1703 - 1791), Methodist, sagt ĂŒber das Papsttum:

"Er ist in ganz besonderem Sinn der Mensch der SĂŒnde, da er jegliche Art von SĂŒnde ins Übermaß vermehrt. Und er wird auch recht bezeichnet als Sohn des Verderbens, da er den Tod unzĂ€hliger Massen verursacht hat, seiner Gegner wie seiner AnhĂ€nger ... Er ist es ... der sich ĂŒber alles erhebt, was Gott heißt oder verehrt wird ... der höchste Gewalt und höchste Ehre beansprucht ... der die Vorrechte beansprucht, die Gott allein gebĂŒhren."

aus: John Wesley: Antichrist and His Ten Kingdoms, S. 110

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Charles Spurgeon:

"Es ist die moralische Pflicht eines jeden Christen, gegen den Anti-Christus zu beten, und die Frage, wer der Anti-Christus ist, sollte fĂŒr jeden denkenden Menschen zweifelsfrei feststehen. Wenn nicht das Papsttum in der Kirche von Rom, dann kann nichts auf der Welt so bezeichnet werden. WĂŒrde eines Tages nach dem Anti-Christus gefahndet werden, dann sollten wir auf jeden Fall diese Kirche in Untersuchungshaft nehmen, und sie wĂŒrde mit Sicherheit nicht mehr freigelassen werden, denn sie entspricht exakt der Beschreibung.

Das Papsttum steht Christi Evangelium entgegen. Es ist der Anti-Christus, und wir sollten gegen es beten ...

Es sollte das tĂ€gliche Gebet jedes GlĂ€ubigen sein, dass der Anti-Christus wie ein MĂŒhlstein in die Flut geschleudert werde, um Christi willen, weil es Christi verwundet, weil es Christus seiner Herrlichkeit beraubt, weil es seine Versöhnung mit der Wirksamkeit von Sakramenten ersetzt und ein StĂŒck Brot an die Stelle des Heilands hebt und ein paar Wassertropfen an die Stellen des heiligen Geistes und einen einfach nur fehlbaren Menschen wie wir als Stellvertreter Christi auf Erden einsetzt.

Wenn wir gegen es beten, weil es gegen ihn ist, werden wir die Personen lieben, obwohl wir ihre IrrtĂŒmer hassen: Wir werden ihre Seelen lieben, obwohl wir ihre Lehren ablehnen und verabscheuen, und so wird der Atem unserer Gebete sĂŒĂŸ sein, weil wir unser Angesicht zu Christus wenden, wenn wir beten."

aus: Michael de Semlyen: All Roads lead to Rome

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"F. Holderness Gale: The Story of Protestantism, S. 106":

'Als Luther Rom besuchte, hatte der Neubau des Peterdoms bereits begonnen. Julius II. war Papst, starb aber 1513, ein Jahr, nachdem Luther Doktor geworden war. Der neue Pontiff Leo X. hatte so weitreichende PlĂ€ne fĂŒr den Neubau Roms, dass seine Schatzkammern sich schnell leerten und er auf den Verkauf von AblĂ€ssen zurĂŒckgreifen musste.

Der BevollmĂ€chtigte fĂŒr Deutschland war Albrecht, Erzbischof von Mainz und Magdeburg (zu letzter Diözese gehörte Wittenberg). Er handelte mit Rom aus, dass die HĂ€lfte der EinkĂŒnfte aus dem Verkauf in Deutschland bei ihm verblieben. ...

Der bekannteste und nicht gerade frömmste Abgesandte war Johann Tetzel, ein Dominikanermönch, der offenbar nicht nur die Stimme eines Marktschreiers besaß, sondern auch das skrupellose Geschmeichel eines RamschhĂ€ndlers. Von Stadt zu Stadt durchzog Tetzel Deutschland mit seinem Gefolge. Vor der Prozession her wurde in einer Schatulle auf einem Samtkissen die pĂ€pstliche Ablassbulle getragen. Der Dominikaner trug ein großes, rotes Kreuz, von dem das Wappen Leos X. herabhing, und hinter ihm wurden die Maulesel angetrieben, die bĂŒndelweise Ablassbriefe trugen.'

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Einer der SchlĂŒssel zu der Truhe war in Tetzels HĂ€nden, ein zweiter wurde vom Vertreter der Banken verwahrt, und ein dritter war den zivilen Behörden anvertraut. Tetzel Charakter war so berĂŒchtigt, dass KurfĂŒrst Friedrich ihm nicht gestattete, den Ablasshandel innerhalb seines Herrschaftsgebietes zu treiben.

'AblĂ€sse', so beteuerte er, 'sind die kostbarsten und edelsten aller Gaben Gottes. Kommt', rief er, 'und ich werde euch Briefe geben, alle sauber versiegelt, durch die ihr sogar fĂŒr SĂŒnden Vergebung erhalten könnt, die ihr erst noch begehen wollt.'

Tetzel verkĂŒndete wie schon Papst Bonifatius VIII. vor zweihundert Jahren, dass die Lebenden Ablass fĂŒr die Toten erwerben könnten.

'Priester, Adeliger, Kaufmann, Weib, Junge, MĂ€dchen, hörst du nicht deine Eltern und deine anderen Freunde, die tot sind und aus dem Abgrund rufen: "Wir leiden schreckliche Qualen! Ein kleiner Almosen wĂŒrde uns befreien; du kannst ihn geben und willst nicht? Sobald das Geld am Boden der Truhe klimpert, entkommt die Seele dem Fegefeuer und fliegt, erlöst in den Himmel.'

'Ich einverleibe dich neu in die Gemeinschaft der Heiligen, und ich versetze dich zurĂŒck in die Unschuld und Reinheit, die du zur Stunde deine Taufe hattest, sodass in deiner Todesstunde das Tor, das der Eingang zum Ort der Qualen und Strafen ist, fĂŒr dich verschlossen bleibt, und jenes, das zum Paradies des GlĂŒcks fĂŒhrt, sich öffnet. Und sollte es lang mit dir gehen, so wird diese Gnade bis zur Zeit deines letzten Endes unverĂ€nderlich bleiben. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Bruder Johann Tetzel, Gesandter, hat eigenhÀndig unterschrieben.'

aus: D'Aubigne: History of the Reformation

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SpĂ€ter wurde Tetzel der Veruntreuung der Gelder aus diesen AblassverkĂ€ufen ĂŒberfĂŒhrt.

Als Stadtpriester von Wittenberg kam Luther bei der Abnahme der Beichte mit Tetzels AblĂ€ssen in BerĂŒhrung und anscheinend war das fĂŒr ihn eine Art Ruf Gottes, der ihm seine Verantwortung bewusst machte.

Den BĂŒrgern, die auf Tetzels AblĂ€sse als ausreichende SĂŒhne ihrer im Beichtstuhl aufgezĂ€hlten SĂŒnden verwiesen, verweigerte Luther die Absolution.

Als der VergebungskrĂ€mer dies von seinen getĂ€uschten Opfern erzĂ€hlt bekam, kannte seine Wut gegen den jungen Doktor keine Grenzen. Er ging sogar soweit, dass er auf dem Marktplatz zu JĂŒterbok ein Feuer anzĂŒndete, als Wink, welches Schicksal dem Mann drohte, der sein heiliges Werk behinderte.

(Luthers) nÀchster Schritt war, einen respektvollen Protestbrief an den Erzbischof Albrecht von Mainz und Magdeburg zu verfassen. Ich zitiere einige SÀtze aus diesem Brief:

"Der Gerechte wird mit MĂŒhe gerettet werden", schreibt er, "so schmal ist der Weg, der zum Leben fĂŒhrt. ... Die Erlösten werden in der Schrift Brandscheite genannt, die aus den Flammen gerettet wurden. Überall erinnert uns der Herr an die Schwierigkeit der Erlösung. Wie wagen denn diese MĂ€nner, arme Seelen in tödliche Heilsgewissheit zu locken, allein kraft erworbener AblĂ€sse und nichtiger Versprechungen?"

An Allerheiligen (1. November) 1517 verlas Luther vor der dicht gefĂŒllten Gemeinde seinen Protest gegen die AblĂ€sse, den er bereits an den Erzbischof geschickt hatte, und als der Gottesdienst vorbei war, ging er durch die Menge zu den Außenpfeilern am Kirchentor und nagelte dort - am 31. Oktober 1517 - seine "95 Thesen" ans Tor (95 Thesen nur um das Ablasssystem).

Prof. Walter Veith: "Bei diesen 95 Thesen geht es nur um das Ablasssystem, weil die AblÀsse nicht biblisch waren. Das ist der Anfang der Reformation." ...

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KurfĂŒrst Johann Friedrich der GroßmĂŒtige, um 1500 - 1550:

In derselben Nacht, als Martin Luther in Wittenberg seine 95 Thesen an die KirchentĂŒr genagelt hatte, hatte KurfĂŒrst Friedrich von Sachsen einen bemerkenswerten Traum, der sich dreimal wiederholte, jedesmal unter anderen UmstĂ€nden. Als er Herzog Johann am nĂ€chsten Morgen davon berichtete, sagte er:

"Ich muss dir einen Traum erzĂ€hlen, den ich letzte Nacht hatte, denn er hat sich dreimal wiederholt, jedesmal unter anderen UmstĂ€nden ... Ich betete um FĂŒhrung fĂŒr mich, meine RĂ€te und mein Volk, der Wahrheit entsprechend. Ich schlief wieder ein und trĂ€umte dann, dass der allmĂ€chtige Gott ihm einen Mönch sandte - alle Heiligen begleiteten ihn auf Gottes Befehl, um vor mir Zeugnis abzulegen und zu erklĂ€ren, er sein nicht gekommen, irgendwelche AnschlĂ€ge zu schmieden. Sie baten mich um die GĂŒte und Gnade, ihm zu gestatten, etwas an die TĂŒr der Schlosskirche zu Wittenberg zu schreiben, was ich ihm durch meinen Kanzler gewĂ€hrte.

Darauf ging der Mönch zur Kirche und begann mit so großen Buchstaben zu schreiben, dass ich die Schrift noch in Schweinitz lesen konnte. Sein Stift war so groß (dominierend und gewaltig!), dass sein Ende bis nach Rom reichte, wo er die Ohren eines Löwen durchstach, der dort hockte, und die dreifache Krone auf dem Haupt des Papstes zum Wackeln brachte. Alle KardinĂ€le und Prinzen liefen rasch hin, um zu verhindern, dass sie herunterfiel.

Dann trĂ€umte ich, dass alle Prinzen des Reiches, darunter auch wir, nach Rom eilten und uns einer nach dem anderen bemĂŒhten, den Stift zu zerbrechen, aber je mehr wir es versuchten, desto fester wurde er, als wĂ€re er aus Eisen gemacht. Schließlich ließen wir ab.

Plötzlich hörte ich ein lautes GerĂ€usch - eine große Zahl Stifte waren aus dem Stift des Mönches gesprungen. Ich erwachte zum dritten Mal, es war taghell. So verging der Morgen des 31. Oktober 1517 im königlichen Schloss zu Schweinitz. Der KurfĂŒrst hatte der Traum kaum zu Ende erzĂ€hlt, da kam schon der Mönch mit dem Hammer, um ihn zu deuten."

aus: J. A. Wylie: History of Protestantism, Bd. 1, S. 263-266

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„Was die Lutheraner vorgelesen haben, ist wahr, es ist die reine Wahrheit, wir können es nicht leugnen“, erklĂ€rte ein pĂ€pstlicher Bischof.
„Könnt ihr das von den KurfĂŒrsten abgefasste Bekenntnis mit guten GrĂŒnden widerlegen?“ fragte ein anderer Dr. Eck.
„Nicht mit den Schriften der Apostel und Prophezeiungen“, antwortete Dr. Eck, „aber wohl mit denen der VĂ€ter und Konzilien.“
„Also sind die Lutheraner“,
entgegnete der Fragende, „in der Schrift, und wir daneben.“
aus: D'Aubigné, ebd., 14. Buch, 8. Abschnitt, S. 167

Als sich mÀchtige Feinde vereinten, um den reformierten Glauben zu Fall zu bringen, und sich Tausende von Schwertern gegen ihn zu erheben schienen, schrieb Luther:
„Satan lĂ€sst seine Wut aus, gottlose Pontifexe verschwören sich, man bedroht uns mit Krieg. Ermahne das Volk weiterzukĂ€mpfen vor Gottes Thron mit Glauben und Gebet, so dass unsere Feinde, vom Geistes Gottes besiegt, zum Frieden gezwungen werden. Das erste, was nottut, die erste Arbeit, ist das Gebet. Angesichts der Schwerter und der Wut Satans hat das Volk nur eins zu tun: Es muss beten.“
aus: D'Aubigné, ebd., 10. Buch, 14. Abschn., S. 187 f

Luther schrieb an den KurfĂŒrsten von Sachsen beziehend auf den von den protestantischen FĂŒrsten beabsichtigten Bund das einzige anzuwendende Schwert „das Schwert des Geistes“ sei:
„Wir mögen in unserem Gewissen solch VerbĂŒndnis nicht billigen. Wir möchten lieber zehnmal tot sein, denn solche Genossen haben, dass unser Evangelium sollte Ursach gewesen sein einiges Bluts. Wir sollen wie die Schlachtschafe gerechnet sein. Es muss ja Christi Kreuz getragen sein. Euer KurfĂŒrstliche Gnaden seien getrost und unerschrocken, wir wollen mit Beten mehr ausrichten, denn sie mit all ihrem Trotzen. Allein dass wir unsere HĂ€nde rein von Blut behalten, und wo der Kaiser mich und die anderen forderte, so wollen wir erscheinen. Euer KurfĂŒrstliche Gnaden soll weder meinen noch eines anderen Glauben verteidigen, sondern ein jeder soll auf sein eigen Fahr glauben.“
aus: D'Aubigné, ebd., 14. Buch, 1. Abschnitt, S. 104

WĂ€hrend des Streits in Augsburg vergaß Luther nicht, tĂ€glich „drei Stunden dem Gebet zu widmen; und zwar zu einer Zeit, die dem Studium am gĂŒnstigsten gewesen wĂ€re.“
aus: D'Aubigné, ebd., 14. Buch, 6. Abschnitt, S. 152 f

In der ZurĂŒckgezogenheit seines KĂ€mmerleins schĂŒttete er sein Herz vor Gott aus „mit solchem Glauben und Vertrauen 
 als ob er mit seinem Freund und Vater rede. 'Ich weiß', der Reformator, 'dass du unser Vater und unser Gott bist, dass du die Verfolger deiner Kinder zerstreuen wirst, denn du selbst bist mit uns in der Gefahr. Diese ganze Sache ist dein, nur weil du sie gewollt hast, haben wir sie unternommen. SchĂŒtze du uns, o HERR!“
aus: D'Aubigné, ebd., 14. Buch, 6. Abschnitt, S. 152 f

An Melanchthon, der von der Last der Angst und Sorge niedergedrĂŒckt war, schrieb er (Luther):
„Gnade und Friede in Christo! In Christo, sagte ich, nicht in der Welt. Amen! Ich hasse deine Besorgnisse, die dich, wie du schreibst, verzehren, gewaltig. Wenn die Sache falsch ist, so wollen wir widerrufen; wenn sie gerecht ist, weshalb machen wir den, welcher uns ruhig schlafen heißt, bei so vielen Verheißungen zum LĂŒgner? 
 Christus entzieht sich nicht der Sache der Gerechtigkeit und Wahrheit; er lebt und regiert, und welche Angst können wir noch haben?“
aus: D'Aubigné, ebd., 14. Buch, 6. Abschnitt, S. 152 f

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REFORMATION, Prof. Walter Veith: GEHEN WIR IN DAS JAHR 2007, 6. Dezember, BBC NEWS:

Papst Benedikt XVI. hĂ€lt AblĂ€sse fĂŒr sehr wichtig. Zum 150-jĂ€hrigen JubilĂ€um der vermeintlichen Erscheinung der Jungfrau Maria in Lourdes gewĂ€hrt Papst Benedikt XVI. einen Sonderablass. Katholiken, die den Ort innerhalb eines Jahres nach dem 8. Dezember aufsuchen, können Ablass erhalten, der nach kirchlicher Lehre die Zeit im Fegefeuer verkĂŒrzt. Lourdes zieht Pilger an, seit angeblich Maria 1858 der Schafhirtin Bernadette Soubirous erschienen ist. Das Wasser des französischen Schreins soll wunderheilende Kraft besitzen.

Der Pontiff sagte weiter, dass auch GlÀubige, die vom 2. - 11. Februar nÀchsten Jahres an AnbetungsstÀtten beteten, die "Unserer Dame von Lourdes" geweiht sind, oder die zu einer Reise nicht in der Lage wÀhren, Ablass erhalten könnten.

Das Dekret wurde vom US-Kardinal J. Francis Stafford unterzeichnet, dem Leiter der Apostolischen Ponitentiarie, einem vatikanischen Gerichtshof, der AblÀsse und Gewissensfragen behandelt.

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AblĂ€sse wurden im 16. Jahrhundert berĂŒchtigt, weil sie verkauft statt verdient wurden, und waren ein ZĂŒndfunke fĂŒr die protestantische Reformation, sagen Historiker. WĂ€hrend des Ablasswesen von einigen als veraltetes Konzept angesehen wird, legt Benedikt XVI. wie schon sein VorgĂ€nger Johannes Paul II. großen Wert darauf.

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F. Holdesmess Gale: The Story of Prostestantism:

Nachdem der Legat in Rom Bericht erstatte hatte, erließ der Papst am 9. November eine neues Dekret zum Thema AblĂ€sse, worin er feststellte, dass "alle, die Ablass erworben haben, ob lebendig oder tot, so viel zeitliche Strafe fĂŒr ihre begangenen SĂŒnden erlassen wird, wie es dem Wert des erworbenen Ablasses entspricht. Diese Lehre soll von allen geglaubt und gepredigt werden, bei Androhung der Exkommunikation, die nur der Papst aufheben kann, außer an der Schwelle des Todes." Die Wirkung auf Luther war zweifach. An seinen Freund Wenzeslaus Linck in NĂŒrnberg schreibt er zu dieser Zeit: "Die Überzeugung wĂ€chst tĂ€glich in mir, dass der Papst der Antichrist ist."

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Luther schreibt in einer Antwort an den Papst:

"Rom hat sich selbst von der universalen Kirche abgeschnitten. Wenn ihr euch nicht reformiert, werden ich und alle, die Christus anbeten, euren Sitz als von Satan persönlich besetzt und geknechtet betrachten, als den verfluchten Sitz des Antichristen, dem wir uns nicht beugen noch uns ihm eingliedern werden, sondern denselben verabscheuen und hassen."

aus: H. Grattan Guinnes: Romanism and the Reformation (geschrieben von Reformatoren der Kirche von England, vor 120 Jahren)

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"Kirchenratshalle, Samstag, 10. November 2007":

Rede seiner Heiligkeit Benedikt XVI. vor Mitgliedern der Episkopalkonferenz aus Portugal bei ihrem "AD-LIMINA" -Besuch:

'Es ist mir eine große Freude, Sie heute im Haus von Petrus zu empfangen, die Sie durch Gottes Gnade solide Pfeiler jener BrĂŒcke sind, die zu sein und zu schaffen Sie berufen sind, zwischen der Menschheit und ihrer höchsten Bestimmung, der allerheiligsten TrinitĂ€t.'

Prof. Walter Veith: "PĂ€pstliche Lehre heute: Ecclesia ist die BrĂŒcke zwischen Gott und den Menschen. Kein Zugang zu Gott außer: durch die Kirche. Nur durch das Papsttum bekommen wir diese Macht."

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"vatican.va":

'Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.' (Galater 2,20) Ein konkretes Zeichen dieser Fleischwerdung ist die Ausgießung von Christi Leben, das von mir in das Leben anderer fließt. Denn 'ich kann Christus nicht einfach fĂŒr mich behalten; nur in Einheit mit all jenen, die sein geworden sind oder werden, kann ich zu ihm gehören ... Wir werden ein Leib, völlig verbunden als ein einziges Wesen' (Enzyklika Deus Caritas Est, n. 14). Dieser 'Leib' Christi, der die Menschen aller Zeiten und LĂ€nder umfasst, ist die Kirche.

Prof. Walter Veith: "Was sagt Benedikt wortwörtlich: Ich bin ein Sakrament! Ihr habt mich nötig zum Heil."

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